vignette_mielenzMit zunehmendem Alter wächst nun mal der Bedarf an “Ersatz”. Wir schon etwas Älteren kennen das :  Brille,  Hörgerät, neue Zähne, ein neues Hüft- oder Kniegelenk oder vielleicht auch gleich beides. Daran haben wir uns gewöhnt. Eines aber “stört” uns  ganz gewaltig, das sind graue Haare, die uns “alt” und eben auch “grau” aussehen lassen. Und so färben viele Frauen und Männer ihre Haare oder schütten sich wie unser Exbundeskanzler ReNatur auf  den Kopf, nur damit ja kein graues Härchen mehr zu sehen ist.

Manchmal nervt es, wenn die grauen Haare zu schnell wieder nachwachsen, manchmal macht die Färberei die Haare kaputt und irgendwann hat man von den häufigen (teuren) Friseurbesuchen einfach genug.

Doch, das muss nicht mehr sein! Omas graue Haare sind in Mode, als “Granny Hair”  angesagt. Grau = alt oder alt aussehen, das war gestern. Insbesondere junge Frauen lassen sich Ihre Haare in den verschiedensten Grautönen färben, mal silbergrau, mal weiß, bläulich oder lila schimmernd. Das Haar wächst dann in der Naturfarbe eben schwarz, braun oder blond nach.

Wie so oft sind die Protagonistinnen grau gefärbter Haare vor allem Schauspielerinnen, denen nachgeahmt wird. Die Friseurläden haben sich inzwischen mit entsprechenden Mitteln auf die für die Haare strapaziöse Graufärberei eingestellt.

Junge Gesichter von Enkelinnen mit grauen Haaren? Daran werde ich mich wohl nicht gewöhnen. Zu krass ist der Wechsel des “Schönheitsideals”. Dabei war ich bislang doch recht froh, dass ich selbst in meinem Alter kaum graue Haare habe und bin darum häufig beneidet worden. Jetzt stelle ich mir vor, wie meine Enkelin mich mit grauen Haaren besucht und mich “unmoderne” Oma mit dunklen ungefärbten Haaren mitleidig anschaut ?