vignette_mielenzAm Freitag, den 7.8.2015, brachte 3 SAT eine Reportage eine dreiviertel Stunde lang zur besten Sendezeit über “neue Großeltern”. Natürlich war ich neugierig, hab auf den Freitagskrimi verzichtet und mir die Sendung angesehen. Ich hoffte, ich erfahre was Neues über “neue Großeltern”.

Gezeigt wurden 2 Familien, Großeltern, Kinder und Enkelkinder (etwa bis 10 Jahre alt). Die Großeltern wirkten gesund, munter und fit und lebten in offenbar guten finanziellen Verhältnissen in hübschen Häusern mit Gärten. Die Großeltern taten das, was Großeltern tun: sie sprangen in der Betreuung der Enkelkinder ein, wenn die Eltern keine Zeit hatten, sie holten ihre Enkelkinder von der Schule ab, die Oma kochte das Lieblingsessen während der Opa mit der Enkeltochter spielte und es gab Spiel und Spaß im Garten.

Einhellige Meinung der Großeltern war, dass sie ihre Enkelkinder verwöhnen, für sie einfach da sein und sich mit ihnen beschäftigen wollten. Auch das halte sie jung und fit. Die Enkelkinder fühlten sich  sichtlich wohl und haben immer wieder betont, dass es bei den Großeltern “anders” sei als zu Hause.

Vorgestellt wurde noch ein Bremer Verein für Leihgroßeltern und eine Selbsthilfegruppe für verlassene Großeltern, die keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern und damit auch nicht zu ihren Enkelkindern hatten.

Eher ungewöhnlich, dass es überhaupt keine Missstimmungen und Probleme in den gezeigten Familien gab, nur Wohlgefallen und Wertschätzung. Und das Ganze noch begleitet von einer sanften Reporterstimme! Diese Großeltern mag es ja auch geben, sie scheinen mir aber eher die Ausnahme im Miteinander der Generationen zu sein.  Keine Scheidungsprobleme, keine Patchwork Familie, keine überforderten Großeltern, keine finanziellen Sorgen, keine anderen Großeltern, mit denen man sich vielleicht nicht versteht, keine noch berufstätigen Großeltern, keine Großeltern, die sich nicht um ihre Enkelkinder kümmern….. Aber vielleicht ist das ja gerade das Neue, alle haben sich “lieb”?