Dear all,
zuerst musste ich fast lachen, doch dann verging mir das Lachen ganz schnell, al ich diese Pressenotiz las und mehr recherchierte:
Zur Zeit sind in Spanien „cangurus“ , also Kängurus, sehr gefragt. Seit Einsetzen der Wirtschaftskrise ganz besonders.
Nicht zum Verzehr. „Kängurus“ nennt man dort Kinderbetreuer. Und im zunehmenden Maße finden sich spanische Pensionäre und Großeltern in dieser Rolle wieder.
„Tschüß, goldener Ruhestand“ hieß es in einer Veröffentlichung vom 5.6.2012 der „union de pensionistas y jubilados de Espanya“. In der Metropolregion Madrid kümmern sich 25% der Großeltern um ihre Enkel , im Durchschnitt 7 Stunden pro Werktag – das entspricht fast einem vollen Arbeitstag, investiert in die übernächste Generation, zur Entlastung der Generation der Berufstätigen. Darin erschöpft sich noch nicht die große Leistung der spanischen Ruheständler. Hatten 2010 nur 9% der Pensionäre ihre Kinder finanziell unterstützt, so sind das zwei Jahre später (2012) fast jeder zweite: 44%. Die Alten teilen das Geld mit den in Not geratenen erwachsenen Kindern,, um vor allem deren Hypotheken und Autokredite, aber auch um Miete und Lebensmittel zu bezahlen. Je niedriger der soziale Status ist, um so öfters springen die Alten ein, als Känguru und Miternährer. In der aktuellen Not, angesichts einer Arbeitslosigkeit um die 25%, rücken die Familien zusammen und teilen, was zu teilen bleibt, neben Geld auch die einst goldene Freizeit.
„Qué viva Espanya“ – es lebe Spanien – man sollte diesen Hurra-Ruf aktuell umschreiben in „es lebe der spanische Ruheständler“. Hut ab, damas y caballeros, olé!
Ihr global Oldie