Manchmal glaube ich, dass sich die Menschen in den Ministerien langweilen. Deswegen lassen sie sich immer wieder neue Gesetzesinititativen einfallen. Jetzt hat jemand angeregt, dass man sich an doch einen Bundesfreiwilligendienst für Senioren einrichten könnte. Die Länder Hessen und Rheinland-Pflaz haben diesen Vorschlag im Bundesrat eingebracht und nun soll sich der Budnestag damit befassen.
So weit, so normal. Aber was beinhaltet dieses Gesetz? Nichts, so wage ich angesichts meiner, zugegebenermaßen nur aus zweiter Hand, sprich den Medien entnommenen Information. Denn der Freiwilligendienst für Senioren soll mit Null Geld ausgestattet werden. Jedenfalls, was die Aktiven betrifft. Nicht einmal ein Taschengeld ist es den Politikern wert, dass sich Menschen nach ihrem Berufsleben weiter für andere engagieren. Was man aber ganz genau weiß, ist die Einsatzdauer. Ein halbes Jahr soll sie gehen und der Senior darf dann täglich acht Stunden arbeiten. Natürlich qualifiziert und in Tempo und Leistung am besten noch die Jungen übertreffen.
Ich finde diesen Vorschlag absurd. Erstens gibt es die Ehrenämter und damit genügend Möglichkeiten, sich ohne bürokratischen Überbau zu engagieren. Zweitens haben schon heute viele Menschen eine geringe Rente und würden sich diese gerne aufbessern. Sie können sich schlicht so einen Freiwilligendienst nicht leisten. Zudem müssen schon die mittleren Jahrgänge bis 67 arbeiten. In diesem Alter darf es auch mal etwas ruhiger werden. Schließlich währt das Leben nicht ewig. Ein Blick in die Toesanzeigender Tageszeitung zeigt, dass viele weit vor dem Rentenalter sterben. Andere, kurz nachdem sie die Rente erreicht haben.
Ich bin empört, dass Politiker Senioren offnebar nur noch als billige Resource für alle möglichen Aufgaben sehen, die es gar nicht erwarten kann, sich ausbeuten zu lassen. Ich hoffe, dass der Bundestag diese Gesetzsinitiatve schnell beerdigt. Die eiznigen, die davon profitieren, sind die Bürokraten, denn sie benötigen bestimmt viel Zeit, um den überflüssigen Verwaltungsüberbau zu konstruieren. Und natürlich ist dann auch genügend Geld da, um die Verwaltung zu finanzieren. Nur für die Bürger bleibt, wie so oft, nichts übrig.