Seit der Pleite von Lehmann Brothers hätten Banken doch genügend Zeit gehabt, sich über den Umgang mit ihren älteren Kunden Gedanken zu machen. Doch der Spiegel, damals schon führend in der Berichterstattung über die “A” und “D” -Anleger, wie sie angeblich intern von Mitarbeitern einiger Geldinstitute genannt werden, hat den Fall aufgegriffen. Übrigens steht A für alt und D für doof.
Es hat schon eine lange Tradition, dass Banken Senioren nicht nur hätscheln. Es gibt welche, dazu gehört ausdrücklich auch unser Sponsor, die HypoVereinsbank, die sich schon seit Jahren mit zahlreichen Aktionen um ihre langjährigen Kunden im Rentenalter bemühen. Sei es mit speziellen Veranstaltungen oder eben mit Engagements wie bei dem Benefizkonzert zugunsten unseres Magazins.
Aber es gibt auch schwarze Schafe wie in dem genannten Fall. Hier hat eine 92-jährige Dame ihr Vermögen angelegt und benötigte es nun, weil sie ein Pflegefall geworden ist. Doch zu ihrem großen Erstaunen musste sie feststellen, dass sie eine Geldanlage über 20 Jahre abgeschlossen hatte. Sie hätte also frühestens mit 108 Jahren über ihr Vermögen verfügen können.
Ein Ombutsmann hatte sich darum bemüht, dass die Frau, die übrigens keine Erben hat, vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen kann. Aber das wurde ihr zunächst auch von der Bank verwehrt. Ich finde es empörend und einen Fall von unlauteren Geschäftsmethoden. Mich wundert es, dass manche Banken offenbar nach dem Motto verfahren: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
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