vignette_mielenzAls wir vor Kurzem unseren 4-jährigen Enkelsohn besuchte, zeigten uns unsere Kinder die vielen Pakete, die sich für ihn zum Weihnachtsfest schon mal angesammelt haben. Aber damit noch nicht genug, auch während wir zusammensaßen, klingelte der Postbote und brachte ein weiteres Paket. Und es wird nochmals mindestens ein Paket gebracht werden, denn auch wir Großeltern beteiligen uns am weihnachtlichen “Geschenkerausch” für unseren Enkelsohn.

Etwas skeptisch sind wir aber doch geworden. Wir fragen uns, ob sich unser Enkelsohn über die vielen, vielen Geschenke, natürlich mit Liebe und Sorgfalt ausgesucht, manches mit den Eltern abgestimmt, noch richtig freuen kann oder ob ihn die Fülle an verschiedenen Dingen nicht eher verwirrt und überfordert? Würden durch weniger Geschenke vielleicht doch mehr intensive Beschäftigung mit und Freude an den einzelnen Dingen möglich sein?  So packt er ein Geschenk nach dem anderen aus und bleibt schließlich doch nur an einem hängen, das ihm besonders gut gefällt?

Aber schaffen wir Großeltern das, uns beim Aussuchen der Geschenke zu beschränken, obwohl wir ja wissen, dass unser Enkelsohn (fast) schon alles hat? Nur ein Geschenk, statt zwei oder drei?  Nein, ich glaube das nicht, denn auch dieses Jahr sind es wieder viel mehr Geschenke geworden als beabsichtigt. Uns vorzustellen, worüber unser Enkelsohn sich freuen würde und Geschenke auszusuchen, macht uns Großeltern riesigen Spaß. Wer wohl den Spruch “Weniger ist mehr” erfunden hat? Der kann doch nicht wirklich stimmen? Und so erliegen auch wir dieses Jahr wieder einmal dem “Konsumrausch”, den wir als “Geschenkerausch” an unseren Enkelsohn weitergeben?