Wir Großeltern wohnen nicht in unmittelbarer Nähe unserer Enkelkinder. Deswegen versuchen wir zu den verschiedensten Anlässen, also mindestens zu den Geburtstagen oder zu Festtagen schöne und oft auch großzügige Geschenke zu machen, meist begleitet von längeren Kartengrüßen oder auch Briefen. Natürlich erkundigen wir uns zuvor, welche Wünsche oder Vorlieben unsere inzwischen halbwüchsigen Enkelkinder haben oder haben könnten.

Eine Reaktion unserer Enkelkinder auf unsere Geschenke haben wir allerdings so gut wie nie erfahren, kein Danke und auch keine spontan geäußerte Freude (was uns als Reaktion am meisten gefallen hätte), kein Telefonanruf und auch keine SMS oder Mail, zum Beispiel dass unsere Geschenke gefallen haben, dass sie gut gebraucht werden oder dass sie interessant und spannend waren. Auch wenn unsere Geschenke ganz und gar nicht gefallen haben sollten, wäre ein Danke unserer Enkelkinder aus Höflichkeit angebracht gewesen, schließlich haben wir Großeltern uns viele Gedanken und Mühen gemacht.

Anrufe gibt es offenbar nur dann, wenn unsere Enkelkinder was von uns möchten und auch das ist ausgesprochen selten. Wahrscheinlich haben sie alles, vielleicht sind unsere Geschenke selbstverständlich, vielleicht haben sie keine Zeit oder sind mit sich selbst beschäftigt, vielleicht ist ihnen alles andere wichtiger als ein Anruf bei den Großeltern, vielleicht ist es aber auch nur Gedankenlosigkeit und das Danke sagen gerät in Vergessenheit.

Nun kann man nicht sagen, dass wir Großeltern ein schlechtes Verhältnis zu unseren Enkelkindern haben. Eigentlich geht es, wenn wir uns sehen, doch recht zugewandt zu. Bleibt die Frage, warum es für unsere Enkelkindern so schwer ist oder warum es ihnen erst gar nicht einfällt, uns Dank zu sagen oder einfach ihre Freude zu zeigen. Schenken würde uns dann sicher noch mehr Spass machen.