aaa-vignette Hello all, wir leben in mitteilungsfreudigen Zeiten. Man könnte auch sagen, überaus geschwätzigen. Selbstausdruck ist Trumpf. Im Internet per Bild und Text, lauthals am Handy, oder röhrend auf einer Enduro. Zu den stillen Formen des Selbstausdrucks gehören Tätowierungen. Ein Tattoo setzt Leidenschaft voraus, weil es schmerzhaft gestochen wird. Es zeugt von Zeiten der Charakterstärke. Einstmals von den Maori erfunden, um Stammeszugehörigkeit auszudrücken, um böse Geister abzuhalten, als Zeichen der Tapferkeit, des sozialen Status und des Geschmacks. Bei uns eher was für junge Leute, die sich eine Botschaft für den Rest des Lebens unter die Haut gehen lassen. Doch nun hat sich Frau Tomkins aus Kanada, bisher untätowiert, im Alter von 81 Jahren tätowieren lassen. Gleich an zwei Körperstellen: Einmal auf der Brust und auf dem Rücken. Auf der Brust steht in Klartext „Do not Resuscitate“ (keine Wiederbelebungsversuche); auf dem Rücken nur drei Buchstaben „P.T.O.“ (bitte umdrehen). Unübersehbare Botschaft an alle, die Mrs. Tomkins im Krisenfalle zu Hilfe kommen wollen. Fast im Sinne der ursprünglichen Tattoo-Erfinder, der Maori, die sich damit Übles in ihrem Sinne vom Leibe halten wollen.
Anregung an alle Tätowierungsläden: Designed uns Alten doch mal genau diese Botschaft, am besten zwei- bis dreisprachig in einem ästhetischen Schriftzug. Ich würde mir ein solches Tattoo durchaus überlegen. Wasserfester als mein Organspenderausweis und überall, jederzeit dabei. Allerdings: Unwiderruflich. Ist halt ein echtes Tattoo.
Ihr Global Oldie