Und dann tut der Anblick einfach nur noch weh: Das Weglasern des einst heiß ersehnten Tattoos ist dann oft die einzige Chance. Foto: Stefan Keller/Pixabay

Überstechen (cover up) und aus einem misslungenen alten Tattoo ein schönes neues zu machen ist eine Möglichkeit, Fehler zu korrigieren. Schwierig wird es, wenn ein Hautbild komplett wieder entfernt werden soll. Wer das will, landet zum Beispiel bei Noris Dermatologie, Nürnbergs größtes Hautarzt- und Laserzentrum in der Sulzbacher Straße – und bei Hans Oliver Weber.

Der Arzt setzt bei der Tattooentfernung auf Pikosekundenlaser der neuesten Generation. Hierbei werden mit hoher Energie kurze Impulse auf die Farbe (und weniger auf die Haut) geschossen und die Tätowierungen so quasi von der Haut radiert – nicht mehr wie früher im Nano-, sondern im Pikosekundenbereich. Dieser Unterschied, so Doktor Weber, sei entscheidend: Es ist die gleiche Energiemenge, die aber in sehr viel kürzeren Impulsen kommt und die Haut dann nicht so sehr erhitzt.

Zwei bis acht kurze Sitzungen sind die Regel

Wie das ursprüngliche Ritual, so ist auch der Weg zurück zur unbemalten Haut unangenehm. Deshalb wird vorher eine Betäubungscreme aufgetragen und die Haut während der Bestrahlung gekühlt. Zwei bis acht kurze Sitzungen sind in der Regel notwendig, abhängig von Alter, den verwendeten Farben und ob die Tätowierung vollständig verschwinden soll. Die Kosten richten sich nach der Größe der Behandlungsfläche; mit 200 bis 500 Euro pro Behandlung ist man dabei. Pro Tag werden bis zu zehn Patienten bei Noris Dermatologie behandelt. Einfarbige Tattoos bekomme man in der Regel gut weg, sagt der Arzt. »Trotzdem darf man da nie etwas versprechen und kann auch nie ausschließen, dass weiße Flecken zurückbleiben oder ein Wulst. Manchmal sind bereits bei der Tätowierung Narben entstanden, die bleiben natürlich auch.«

Wenn ein Schmetterling zum Elefanten wird 

Wer kommt zu Hans Oliver Weber in die Praxis? Meist Menschen mittleren Alters, selten älter als 60. Und die allermeisten tatsächlich mit den vielzitierten Jugendsünden: Das »Arschgeweih«, der Name des Ex-Partners oder Motive, mit denen es sich nicht gut alt werden lässt, wie etwa Comicfiguren. Oft geht es auch um schlechte Arbeiten und welche, die mit den Jahren verrutscht sind. »Da ist schon aus manch einem Schmetterling ein Elefant geworden.«

Doktor Weber macht keinen Hehl daraus, dass er kein Freund von Tätowierungen ist. Deshalb trägt der Arzt auch selbst keine – was jedoch nicht für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Praxis gilt. »Ich verbiete es ihnen, aber sie tun es trotzdem«, scherzt der 48-Jährige. »Im Ernst: Die Zeiten haben sich geändert, und ehrlich gesagt fällt auch mir das gar nicht mehr auf, wenn Kollegen Tattoos tragen.«

Text: Stefan Gnad