Jens Auchs Unternehmen setzt auf gekürzte Stocklänge sowie eine Doppelbiegung, durch die sich der Stock optimal an die Biomechanik des Gehens anpassen soll. Foto: N&W curve

Bewegung an der frischen Luft tut gut und ist in diesen Zeiten ausdrücklich erlaubt – natürlich nur allein oder mit dem Lebenspartnern und nicht in Gruppen: Wer sich in Form bringen möchte, findet in Nordic Walking ein gesundes Ausdauertraining. Mit der skandinavischen Allround-Sportart kräftigen Anfänger, Bewegungsbegeisterte und Profis nicht nur ihre Beinmuskulatur, sondern beanspruchen durch das Schwingen der Laufstöcke zusätzlich Arme, Brust, Rücken und Schultern – die richtige Technik vorausgesetzt.

„Von den Sporttreibenden werden gewisse koordinative Fähigkeiten gefordert. Bevor Anfänger durchstarten, sollten sie daher zuerst die Praxis schrittweise erlernen“, rät Jens Auch von N&W curve, einem Spezialisten für Laufstöcke. Er gibt im Folgenden fünf Tipps, worauf es beim Nordic Walking ankommt.

Ein Schritt nach dem anderen

Grundlage für eine erfolgreiche Sportsession ist die fehlerfreie Ausführung, so auch beim Nordic Walking. Denn nur die richtige Technik beansprucht Muskelgruppen ideal, Verletzungsgefahren werden minimiert und Gelenke geschont. „Sportbegeisterte erreichen ihren Trainingserfolg nicht durch Geschwindigkeit, sondern einen einwandfreien Bewegungsablauf“, erklärt Jens Auch. In seiner Lauftechnik ähnelt der skandinavische Ausdauersport der Bewegungsausführung des Skilanglaufs. „Im Diagonalschritt berührt der rechte Stock den Boden, wenn die linke Ferse aufsetzt und umgekehrt. Ein kräftiger Armeinsatz erhöht dabei nicht nur das Walking-Tempo, sondern steigert auch die Effektivität der Fitnesseinheit“, ergänzt der Experte.

Bewusst Haltung bewahren

„Wer mit seinen Laufstöcken draußen unterwegs ist, sollte auf die richtige Körperhaltung achten“, mahnt der Spezialist. „Ein aufrechter Oberkörper lässt der Lunge ausreichend Platz zum Atmen, um die Muskeln mit viel Sauerstoff zu versorgen.“ Leicht gebeugte Knie und ein kontrolliert schwingender Stockeinsatz helfen dabei, die Aufprallkraft des eigenen Gewichts zu dämpfen und so Hüft-, Knie-, Fuß-, und Wirbelsäulengelenke zu schonen.

Abwechslungsreiches Laufen

Egal ob junger Ausdauersportler oder rüstiger Rentner – genauso vielseitig wie ihre Anwender präsentieren sich auch die Trainingsvarianten. Schrittfrequenzen und Intensitäten des Armeinsatzes lassen sich individuell dem eigenen Leistungsniveau anpassen. So bleibt der Ganzjahressport alle 365 Tage interessant. „Schnelle, kleine Trippelschritte bringen genau wie große, ausladende Schritte Abwechslung ins Work-out und sorgen für neue Reize in den Muskeln“, fügt Auch hinzu. Wer sportliche Herausforderungen sucht, trainiert im Intervall, hierfür werden einfach kurze Jogging- sowie Sprungphasen in den üblichen Ablauf integriert.

Die Ausrüstung muss passen

Ohne die passende Ausstattung hilft die richtige Technik wenig. Wer über Stock und Stein geht, sollte mit fachgerechtem Laufequipment unterwegs sein. Outdoor-erprobtes Schuhwerk unterstützt das Training genauso wie wetterfeste Funktionskleidung und ein geeignetes Laufstockmodell. Neben der Wahl des passenden Tools sorgt die richtige Stocklänge für eine gesunde Haltung. Angehende Nordic-Walking-Enthusiasten sollten sich genau an die Angaben der Hersteller halten und sich gegebenenfalls professionell beraten lassen. Schließlich variiert die optimale Länge nicht nur aufgrund der eigenen Körpergröße, sondern auch nach favorisierter Gangart.