aaa-vignette Hello All, sich im Alter mit einem trendigen Lebensstil zu zieren zeugt von geistiger Frische. Flexibilität anstelle von Altersstarrsinn. Flexi- heute mein Stichwort: Das Bekenntnis zum Leben als Flexitarier. Das ist weder eine politische Bewegung für unentschlossene Wechselwähler noch ein Ersatz für Morgengymnastik. Flexitarier gehören zur Gattung der Veganer oder Vegetarier; mit dem Unterschied, bisweilen auch Fleisch oder Fisch zu essen. Selbstverständlich nur äußerst selektiv, seltener und weniger als Normalverbraucher. Wie selektiv, wie selten und wie wenig – scheint Auslegungssache. Diese, meine Definition des Flexitariers weisen genuine Vegetarier entrüstet von sich. Ich bleibe dabei, weil jene Ernährungstypen eines gemeinsam haben: Die unbescheidene Überzeugung, sich erheblich anständiger als der Rest der Menschheit zu ernähren. Entweder im Sinne vom altruistischen Umweltschutz oder Tierschutz; wer weniger Fleisch verzehrt, hinterlässt einen schwächeren ökologischen Fußabdruck. Oder im Sinne eher ichbezogener Argumente, wie gesündere Ernährung, Abnehmen, Immunstimulanz und Vorbeugung gegen vorzeitiges Altern; gute Proteine ohne böse Fette oder schlimme Kohlenhydrate; etc. Als das Magazin „The Personal Trainer“ das Jahr der Flexitarier für 2016 ankündigte, dachte ich endlich ganz vorne einem Trend voran schwimmen zu können, ohne mein aktuelles Verhalten dramatisch ändern zu müssen. Nun die Enttäuschung: Frau Dawn J. Blatner hatte das Buch “The Flexitarian Diet“ schon 2008 ihren ökotrophologisch fehlgeleiteten amerikanischen Mitbürgern und der restlichen, metabolisch stets irrenden Menschheit beschert. Der Begriff Flexitarier fasziniert mich dennoch, selbst wenn ich ihn schon seit 8 Jahren hätte kennen können. Flexitarier klingt viel besser als Allesesser mit besonderen Vorlieben. Was sich nach Prinzipienlosigkeit, mangelnder Selbstdisziplin oder unzureichender Distanz zu unserem kruden Höhlenmenschenerbe anhört. Und kommt unverdächtiger an als Veganer, was einen – zumindest in Franken – fast in die soziale Isolation und tendenziell in die Arme von Menschen treibt, die keine Deodoranten und Seife verwenden. Lieber als Flexitarier reflektiert wirken. Damit altert man moderner – und darf sich zudem eines exquisit guten Gewissens in Sachen Ernährung erfreuen, quasi als Pionier des höheren Verzehrswissens. Welch ein erbaulicher Genuss, und das im Alter!
Ihr Global Oldie.