vignette_nosseck_bockIch weiß nicht, wem es zu verdanken ist. Aber Feuerzeuge sind inzwischen so kindersicher, dass sie kaum noch zu bedienen sind. Man benötigt dafür eigentlich ein spezielles Daumentraining. Fast unmöglich ist es, wenn ein älterer Mensch versucht, dieses zu bedienen. Deswegen habe ich mich für eine Seniorin auf die Suche nach einem Feuerzeug gemacht, das leichtgängig ist. In einem Supermarkt in der Ramschkiste an der Kasse bin ich fündig geworden. Es handelte sich um die letzten Exemplare ihrer Art. In einem Fachgeschäft wurde ich aufgeklärt, dass eine seit etwa 18 Monaten geltende Verordnung nur noch Feuerzeuge zulässt, die das Anzünden sehr erschweren. Damit sind sie kindersicher.
Ich meine, nach dem Senioren-Handy und anderen Produkten für die ältere Generation, sollte man auch ein Senioren-Feuerzeug auf den Markt bringen. Gerne mit dem Aufdruck: Gebrauch für Menschen unter 50 Jahren untersagt.
Was lächerlich klingt, ist ernst gemeint. Die Bevölkerung wird immer älter, aber die Gesellschaft orientiert sich stärker denn je zuvor an den Kindern.
Im Fachgeschäft wurde mir übrigens noch gesagt, dass nun Streichhölzer wieder stark im kommen sind, weil sie leichter zu entzünden sind. Das stimmt, aber nur zum Teil. Um sie sicher zu machen, entflammen die Zündhölzer erst, wenn man sie mehrfach energisch über die Reibefläche zieht. Daran scheitern ältere Senioren aus unterschiedlichen Gründen auch häufiger. Also, was bleibt? Wieder einmal die Erkenntnis, dass etwas, das gut gmeint ist, nicht unbedingt gut gemacht sein muss.
Vielleicht sollte man aufhören, ständig in dem Bestreben Risiken zu vermeiden, neue zu schaffen. Was macht ein Senior, der Rauchen möchte und sein Feuerzeug nicht bedienen kann? Er schaltet den Herd an, legt ein Stück Papier rein und zündet sich damit seine Zigarette an. Das habe ich schon erlebt. Ist das wirklich sicherer?