vignette_mielenzWir alle, Eltern und Großeltern, kennen das Spielzeug-Chaos in Kinder- und Wohnzimmern, manchmal in der ganzen Wohnung, das (Enkel-)Kinder vor allem nach dem Spielen hinterlassen. Da es fast aussichtslos ist, die Kinder zum Aufräumen zu bewegen, wird das (sehr oft) von den Eltern oder Großeltern erledigt zumindest dann, wenn die Kinder noch klein sind. Mit größeren Kindern kann es schon mal heftigere Auseinandersetzungen um das leidige und häufig wiederkehrende Thema “Ordnung halten” geben.
Auch zwei elfjährigen Schülern (Benedikt Döring und Tobias Hackl) hat das Aufräumen vor allem von Legosteinen keinen besonderen Spaß gemacht. Und so haben sie im Rahmen des Wettbewerbs “Jugend forscht” in der Sparte “Schüler experimentieren” solange über das Thema nachgedacht, programmiert und entwickelt, bis sie einen Roboter erfunden haben, der Legosteine einsammeln und nach ihrer Farbe sortieren kann. Dabei haben sie viel Zeit und Herzblut in ihr Forschungsprojekt gesteckt, sie mussten einige knifflige Probleme lösen, einige Misserfolge wegstecken, bis schließlich das Ergebnis ihrer Vorstellung entsprach. Dieser Roboter ist, wie ich finde, eine sehr praktische, preiswürdige Erfindung, die man im Namen von Eltern und Großeltern nur beglückwünschen kann.
Viel Spielzeug, das ich herumstreuen konnte, hatte ich nicht. Aber ich hatte zwei Stühle in meinem Zimmer, die zum Leidwesen meiner Mutter ständig mit irgendwelchen Kleidungsstücken belegt waren. Wegräumen war auch nicht gerade meine große Leidenschaft, zumal ich bei dem Wenigen, das ich besaß, ja das meiste morgen oder übermorgen wieder brauchen würde. Mit diesem “Bekenntnis” möchte ich den beiden Schülern Mut machen, ihren Roboter nach den Legosteinen auf das Aufräumen noch weiterer Gegenstände zu programmieren. Vielleicht gelingt das ja?