vignette_mielenzMeine Tochter, alleinerziehend, zwei Buben im Alter von 6 und 8 Jahren, hat durch einen Fernsehbericht erfahren, dass es in Großbritannien nicht nur Kinderfrauen, sondern auch “Kindermänner” gibt. Sie tun im Prinzip das Gleiche wie die bei uns bekannten Kindermädchen/Kinderfrauen, passen also auf die Kinder auf, versorgen sie und sind pädagogisch qualifiziert oder zumindest doch talentiert. Oft handelt es sich dabei um Studenten, die sich so ein wenig Geld für ihr Studium verdienen.
In dem Bericht ging es um eine Mutter, die einen solchen Kindermann für ihre Söhne engagiert hat. Gezeigt wurde, wie er mit den Buben rumtobte und Fußball spielte. Natürlich ging es dabei auch darum, dass Jungen männliche Vorbilder und Orientierungen für ihre Entwicklung brauchen. Anknüpfungspunkt war die bei uns (seit Jahren oft wiederholte, aber wenig erfolgreiche) Werbekampagne, mehr Männer in den Erzieherberuf zu locken. An meiner Tochter sind diese Ausführungen nicht spurlos vorüber gegangen. Jetzt sucht sie nach einem solchen (vertrauenswürdigen) “Kindermann”, weil nun unbedingt für ihre Buben ein Mann ins Haus soll.
Als Oma bin ich völlig abgemeldet, auch weil ich meiner Tochter nicht ganz und gar zustimmen kann. Ich finde es ziemlich verrückt, nach einem “Kindermann” zu suchen. Schließlich kann man ja nicht nur toben und Fußball spielen und eine überzeugende “Berufsbezeichnung” ist auch noch nicht gefunden. Wahrscheinlich gibt es bei uns ja keine “Kindermänner” – oder?
Ich habe diesen Beitrag aktualisiert, weil es zumindest in den größeren Städten Organisationen gibt, die nicht nur Babysitter, sondern auch Kindermänner vermitteln. Der nachfolgende Kommentar kommt aus München mit interessanten Angeboten für Eltern und Großeltern.