vignette_mielenzAls unser Sohn heiratete waren wir alle sehr froh, dass es im Haus seiner Schwiegermutter eine Einliegerwohnung gab, in die die zwei sofort haben einziehen können, zumal Mutter und Tochter auch ein gutes Verhältnis zueinander hatten (und noch haben). Was erst als eine eher vorübergehende Wohnung gedacht war, ist jetzt, da die Familie zwei kleine Söhne hat (3 und 5 Jahre alt), eine willkommene Lösung aller Alltagsschwierigkeiten der berufstätigen Eltern. Die Mutter meiner Schwiegertochter hat viel Zeit und wird für die Betreuung der beiden Enkelkinder täglich gebraucht und wenn sie mal krank sind, dann sowieso.
Alles bestens, was ist denn jetzt mein Problem? Durch die tägliche Betreuung hat “die andere Oma” liebevolle Kontakte zu den Enkelkindern. Da ich weiter entfernt wohne und oft nur zu Familienfeiern mit meinen Enkelkindern zusammen sein kann (wenn also die andere Oma auch da ist), habe ich wenig Chancen, die Zuneigung meiner Enkelsöhne zu gewinnen. Da helfen nicht einmal die tollsten Geschenke.
Wenn sich z.B. einer der beiden wehgetan hat, dann wollen sie von der anderen Oma getröstet werden oder wenn es um das Vorlesen vor dem Schlafen geht, dann soll dies die andere Oma tun. Da fühle ich mich schon mal zurückgesetzt und ein wenig traurig.
Mein Sohn findet, dass ich ziemlich übertreibe und keinen “Oma-Wettbewerb” um die Gunst der Enkelkinder veranstalten sollte.
Auf keinen Fall möchte ich die Enkelkinder bedrängen, aber eifersüchtig auf die andere Oma bin ich schon.