vignette_nosseck_bockWas nur wenige wissen: In Österreich wird erst an diesem Wochenende gewählt. Auch in der Alpenrepublik geht es darum, die Nichtwähler zu mobilisieren. Weil die Nachbarn aber über mehr Humor verfügen als die durchschnittlichen deutschen Wahlkämpfer, haben sie einen witzigen Werbespot gedreht, der momentan im Internet kursiert und gerne angeklickt wird. Hier ist er:

Allerdings können wir Deutschen, die gerade mit einer relativ hohen Wahlbeteiligung eine schwierige Regierungsbildung ausgelöst haben, den Österreichern nur empfehlen, gleich eine Fortsetzung zu drehen. Titel: Da haben Sie den Salat. Was mich aber nach der Wahl am meisten stört, sind mindestens zwei Dinge. Einmal sollten sich die Demoskopen nun endlich zurückhalten und nicht versuchen, uns per Meinungsumfrage zu suggerieren, wie die Regierung am Ende ausschauen soll. Denn das ist keine direkte Demokratie, das ist eine Einmischung in die demokratischen Gesetze von der Seitenlinie aus. Ich hätte schon vor dem Wahltag beinahe ein empörtes Post über die Omnipräsenz von Umfragen zu den kommenden Wahlergebnissen veröffentlicht, aber da haben andere Medien das Thema auch für sich entdeckt. Denn ich stamme noch aus einer Journalisten-Generation, die einige Selbstverpflichtungen eingehalten hat. Das Zurückfahren von Wahlkampfberichterstattung eine Woche vor der Wahl und ein Verzicht auf die Veröffentlichung von Umfragen in demselben Zeitraum gehörten dazu. Nun ist das wohl etwas aus der Mode gekommen.
Ich möchte nicht so genau wissen, was das Volk angeblich möchte, sondern mehr, was die Parteien zu einigen Punkten sagen. Wie wirkt sich die mögliche große Koalition auf die Senioren aus, wie das Bündnis mit den Grünen? Für sie geht die Debatte um Mindestlohn und Kindertagesstätten ziemlich an ihren drängensten Problemen vorbei. Denn, wer setzt sich für bezahlbare Pflegeplätze in Heimen ein? Wer stärkt chronisch Kranken den Rücken? Wie sieht es mit der Fast-Kriminalisierung von Älteren aus, wenn sie Pflegekräfte aus anderen Ländern beschäftigen und nicht alle Fallstricke des deutschen Rechts kennen?
Ich würde mich freuen, wenn diese Themen mal öffentlich diskutiert würden. Denn eins ist klar: Die Älteren gehen wählen. Wenn es zu Neuwahlen käme, wären sie wahrshcienlich die entscheidende Bevölkerungsgruppe. Und die lässt sich mit Sicherheit nicht alles vorsetzen.