vignette_mielenzVor Kurzem konnte man wieder lesen, dass Famlienpolitik in Deutschland mit Ausgaben von jährlich 200,3 Milliarden Euro nicht hinreichend sei, ja sogar die gesetzten Ziele verfehle. Allenfalls unterstütze dieser Politikbereich mit den dazugehörenden 156 Maßnahmen (z.B. Kindergeld, Elternzeit, Ehegattensplitting, Steuererleichterungen) die wirtschaftliche Stabilität der Famlien, nicht aber die geforderte Vereinbarkeit von Familie und Beruf (insbesondere nicht für Mütter). Es gebe daher nur eingeschränkte Wahlmöglichkeiten zwischen Erwerbs- und Familenarbeit, die Rahmenbedingungen für eine gute Entwicklung der Kinder sind auch nicht stimmig und die Geburtenrate sei nach wie vor niederig.
Kritisiert werden Nutzen und Wirksamkeit der vielen familienpolitischen Maßahmen, vor allem aber, dass Familien in ihrem Alltag nicht ausreichend unterstützt werden und dass ein altmodisches, althergebrachtes Familienbild fortgeschrieben wird, das der heutigen Familienrealität kaum noch entspricht.
Wohl wahr: Mütter, die ihrer Kinder wegen lange Jahre zu Hause geblieben sind, stehen plötzlich vor dem Nichts, wenn die Kinder aus dem Haus sind, wenn es für einen beruflichen (Wieder-)Einstieg (mit vielleicht 45 Jahren) zu spät ist und wenn der Ehemann auf dem Höhepunkt seiner Karriere ist. Wenn dann noch Eheprobleme dazukommen …..
Ob da die “Mütterrente”, ein erhöhtes Kindergeld oder auch das Betreuungsgeld richtige und angemessene familienpolitische Maßnahmen sind, darf doch bezweifelt werden.
Gebraucht werden flexible, familienfreundliche Arbeitszeiten für Mütter (und Väter), ausreichend Kindertagestätten (Kinderkrippen, Kindergärten und Horte) in einer guten Qualität und ganz besonders Ganztagsschulen.
Familienpolitik, nur gut gemeint, aber doch nicht gut gemacht?