Bernhard Maurer, Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund, hilft ehrenamtlich bei Rentenfragen.

Eine eigene, professionell angelegte Homepage hat nicht jeder. Bernhard Maurer schon. Der 77-jährige Erlanger, den man mit Fug und Recht »Mr. Rente« nennen könnte, hat eine solche Seite mit Fotos und Verlinkungen allerdings auch dringend nötig: Als ehrenamtlicher Versichertenberater oder, wie es früher hieß, Versichertenältester der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund, müssen ihn Interessierte schließlich finden können – entweder über die Rentenversicherung selbst, über Empfehlungen von Bekannten und Kollegen, eine kurze Notiz in der Lokalpresse oder eben über das weltweite Netz. Maurer ist einer von 2600 ehrenamtlichen Beraterinnen und Beratern im Dienst der Deutschen Rentenversicherung. Sie helfen jährlich insgesamt etwa 1,2 Millionen Menschen und nehmen pro Jahr 211.000 Anträge auf.

In Corona-Zeiten fallen Maurers regelmäßige Sprechstunden in einem Bürgertreff sowie in Betrieben wie Framatome und Siemens aus. Der Beratungsbedarf indes ist weiter vorhanden, wird in Zeiten von Stellenabbau und Abfindungsprogrammen gerade bei dem größten industriellen Arbeitgeber in der Hugenottenstadt sogar noch größer. Maurer, der früher selbst bei Siemens beschäftigt war, hat die Gespräche deshalb in seine Wohnung verlegt, dafür eigens ein Bürozimmer eingerichtet, für Masken und Desinfektionsmittel gesorgt und die Stühle mit ausreichend Abstand aufgestellt. Nicht einmal eine Pandemie hält den Senior von seiner freiwilligen Tätigkeit ab.

Ehrenamtler mit Leib und Seele

Das Ehrenamt ist ihm Liebe und Leidenschaft zugleich: Fast die Hälfte seines Lebens unterstützt er nun schon unentgeltlich Menschen jeden Alters und jeder Berufsgruppe bei Fragen rund um Renteneintrittsalter oder -höhe, mögliche Abschläge, Versicherungsansprüche, Altersteilzeit oder Fehlzeiten; er lässt sich Erwerbsverläufe zeigen, hilft bei der oft gefürchteten Klärung des Beitragskontos und füllt mit seinen Klienten Anträge aus – immer auf dem aktuellen Stand der Gesetzeslage.

Jedes Jahr besucht er einen Lehrgang der Deutschen Rentenversicherung Bund, der früheren Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA). Aus der Berliner Zentrale erhält er auch regelmäßig Informationsmaterial, um auf dem Laufenden zu bleiben – und wird für sein Engagement bei besonderen Anlässen auch ausgezeichnet. An die Feierlichkeiten anlässlich seines 25. Ehrenamts-Jubiläums 2005 in der Bundeshauptstadt kann er sich noch gut erinnern, damals gab es eine Stadtrundfahrt und eine Ehrung durch den BfA-Vorsitzenden. Im vergangenen Jahr nun wäre das 40. angestanden, musste aber pandemiebedingt ausfallen und soll, wenn möglich, in diesem Jahr nachgeholt werden.

Das Helfen liegt in der Familie

Bernhard Maurer aber braucht keine großen Lobesworte. Er ist bescheiden, zieht selbst am meisten daraus, wenn er jemanden durch das Dickicht der Rentengesetze führen kann. »Ich habe anderen schon immer gerne geholfen«, sagt er, »mein Vater ebenso, und mein Bruder ist Sozialarbeiter geworden. Das Helfen liegt bei uns ein bisschen in der Familie.« Ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn komme noch hinzu, es freue ihn, wenn jemand am Ende das bekommt, was ihm zusteht.

Da liegt es schon nahe, dass Bernhard Maurer in seinem Leben nicht nur ein, sondern mehrere Ehrenämter innehat(te): So war er unter anderem in der Erlanger Esperanto-Gruppe aktiv, hat die Gründung des Kreisverbands Erlangen der Europa-Union maßgeblich mitinitiiert, war Betriebsrat und ist noch heute beim Christlichen Gewerkschaftsbund (CGB) in Erlangen aktiv. Über die konfessionelle Arbeitnehmervertretung wurde er 1980 auch als Versichertenberater berufen. Daher wundert es nicht, dass er für seine vielfältigen freiwilligen Tätigkeiten bereits viele Auszeichnungen erhalten hat, darunter den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Doch unter allen Ehrenämtern ist ihm die Rentenberatung das Wichtigste: »Ich habe gleich gemerkt, dass man da Leuten schnell behilflich sein kann, denn viele stehen mit Formularen auf Kriegsfuß. Ich selbst hatte damit noch nie Probleme«, sagt der ehemalige kaufmännische Angestellte.

Höchste Glaubwürdigkeit bei den Klienten

Das ist bis heute so geblieben. Als eine Art verlängerter Arm der Rentenversicherung genießt er bei seinen Klienten größte Glaubwürdigkeit, denn er will nichts verkaufen oder irgendeine Versicherung vertreten, sondern hat nur die Interessen des Arbeitnehmers und späteren Rentners im Blick. »Viele kommen mit einem Vorschuss an Vertrauen, oft haben ihnen Freunde und Kollegen schon von mir berichtet.« Außerdem, ergänzt er, merkten die Menschen, die vor ihm sitzen, schnell, ob sich jemand wirklich mit der schwierigen Materie auskennt oder nicht.

Bernhard Maurer kennt sich aus, in den letzten vier Jahrzehnten hat er Hunderte Anträge mit ausgefüllt und Versicherten zu ihren Ansprüchen verholfen. 2017 hatte ihm das Selbstverwaltungsbüro der Deutschen Rentenversicherung Bund mitgeteilt, dass die Vertreterversammlung ihn erneut für sechs Jahre als ehrenamtlicher Versichertenberater gewählt hat. Noch ist er gesund und will das Ehrenamt bis zum Ende der Periode 2023 machen. Und dann? »Dann gehe ich auf die 80 zu und will das auch mal ganz aufgeben«, antwortet er und lacht dabei – als könne er das selbst noch nicht so ganz glauben.

Text: Sharon Chaffin
Foto: Mile Cindric

Information: Wer Fragen zur Rente hat, kann sich an 
Bernhard Maurer wenden: Tel. 09131/13303, Fax: 09131/32606, Mail: maurer.erlangen@t-online.de, Homepage: www.fen-net.de/~ea1448/

Foto auf unserer Homepage: Here and now, unfortunately, ends my journey/Pixabay