vignette_nosseck_bockGleich zwei Mal stolperte ich heute bei der Lektüre von Nachrichten, mal in der Zeitung, mal im Internet über das Thema Sex im Alter. Einmal geht es um ein Heim für Behinderte und Pflegebedürftige, die regelmäßig Besuch von Prostituierten erhielten. In dem Bericht, der hier nachzulesen ist, heißt es, dass die zuständigen Behörden in Sussex (bezeichnender Name) diesen besonderen Service verbieten möchten. Dabei ist alles ganz legal. Die Prostituierten werden bestellt und bezahlt. Das geschieht entweder durch den Heimbewohner selber oder durch das Pflegebpersonal auf Wunsch des Bewohners.
So lange sich kein anderer der rund 50 Mitbewohner darüber berschwert, ist daran doch nichts auszusetzen, finde ich. Aber die Behörden sehen das anders. Sie befürchten vielelicht, dass sich das Pflegepersonal Vorteile durch diese Praxis verschafft. Aber davon steht nichts im Artikel. Es ist vielmehr so, dass die Bewohner durch die regelmäßgen Besuche der Prostituierten wesentlich zufriedener zeigen als vorher. Sie belästigen nicht mehr das Personal und suchen Körperkontakt. Rote Socken an der Tür signalisieren den Mitarbeitern im Heim, dass der Bewohner im Moment nicht gestört werden möchte.
Ich finde das eine gute Sache. Schließlich verlieren die Menschen doch nicht automatisch alle Sehnsüchte und Bedürfnisse, wenn sie in ein Heim einziehen. Das in Sussex scheint laut der ehemaligen Leiterin genau dies erkannt zu haben und handelt danach. Die Aufgeregheit über einen solchen Umgang mit der Sexualität der Heimbewohner zeigt mir, dass es eigentlich mehr um das Tabu Sex im Alter geht.
Denn die zweite Meldung berichtet über ein Bordell in Japan, das vor allem Prostiutierte zwischen 40 und 80 beschäftigt und das jetzt schließen muss. Dabei hat es gute Geschäfte mit der einer Kundschaft gemacht, die sich vorwiegend im Seniorenalter befindet. Die Betreiberin hat gegen das Prostiutionsverbot in Tokio verstoßen.
Die moralische Empörung sollte man sich schenken, denn was passiert, wenn alles verboten wird? Es wird trotzdem weiter Prostiutierte geben, die Heimbewohner besuchen oder alte Frauen, die im Bordell ihre Sexdienste anbieten, aber es wird dann heimlich getan. Und das öffnet Missbrauch Tür und Tor.