Eine Wohnung, die den Ansprüchen von Senioren und Behinderten gerecht wird, findet sich selten. Daher wird eine bessere Förderung des Umbaus gefordert. Foto: epd

In Deutschland beträgt der Anteil altersgerechter Wohnungen gerade einmal etwa einen Prozent. Der Bedarf wird demografisch bedingt in wenigen Jahren auf über sechs Prozent, oder 2,5 Millionen Wohnungen, ansteigen. Dies ergab eine Studie des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) im Auftrag des Bundesbauministeriums. Daraus erwachse ein Investitionsbedarf in Höhe von 39 Milliarden Euro, so die Experten. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Bundesvorsitzende des Sozialverbandes BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller, bestehende Förderprogramme auszuweiten und neue Akzente in der Wohnungspolitik zu setzen.
„Die dramatische Veränderung unserer Altersstruktur in Deutschland muss sich vor allem in einer begleitenden Wandlung des Wohnraumes zu einem barrierefreien Umfeld spiegeln. Neben der ökologischen Sanierung sollte die Politik dem demografischen Faktor einer alternden Gesellschaft Rechnung tragen und dabei berücksichtigen, dass die überwiegende Mehrheit der Betroffenen weder Wohnungseigentümer sind, noch über die finanziellen Mittel verfügen, Sanierung aus eigenen Mitteln zu stemmen. Die eher konservativen Schätzungen der Politik hinsichtlich der Bedarfsentwicklung unterstreichen, dass Investitionsmittel, die im Bereich der energetischen Sanierung und der Förderung der Solarwirtschaft in den kommenden Jahren eingespart werden, in die altersgerechte Sanierung von Wohnungen gelenkt werden müssen. Andernfalls wird städtebauliche Sanierung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger scheitern. Der Erfolg bemisst sich am Wohlfühlfaktor. 93 Prozent der Menschen wünschen sich einen Lebensabend in den eigenen vier Wänden, auch mit Handicap. Es gilt, diesen Wunsch ohne wenn und aber zu berücksichtigen.“