Für unser aktuelles Heft, das sich wieder mit einem Gegenstand beschäftigt, der chic war, musste unser Grafiker ganz schön lange suchen. Denn wir haben diesmal den Ersatzkaffee Muckefuck vorgestellt. In meiner Kindheit durfte ich diesen Malzkaffee trinken. Die Brühe sah so ähnlich aus wie echter Bohnenkaffee, roch und schmeckte aber anders. Ich teilte mir die Kanne mit den betagteren Mitgiedern der Kaffeerunde, die sich den Bohnenkaffee mit Muckefuck verdünnten.
Es gab zwei Sorten, die ich hier ausnahmsweise nenne. Carokaffee in Pulverform in der Blechdose und Linde im Paket. Letzteres haben jetzt im Bild (Siehe Heft nebenan).
Unser Grafiker Wolfgang, der noch lange nicht im Seniorenalter ist, war durch etliche Geschäfte gelaufen, bis er den Klassiker gefunden hatte. Ich war heute mit meiner Mutter, 80 plus, einkaufen und wir hatten den Kaffee gleich neben dem Bohnenkaffee stehen sehen. Es ist eben eine Frage, wo man einkauft. Im Rentnerparadies oder in einem hippen Spezialitätengeschäft. Aber eben nicht nur. Denn kürzlich hatte ich den Auftrag Ringbucheinlagen DinA5 unliniert zu besorgen. Ich dachte nicht, dass ich dafür ebenfalls in etlichen Geschäften nachfragen musste, bis ich wahrscheinlich die letzten Bestände in einem Kaufhaus aufkaufte. Nun glaube ich, alt wird man dann, wenn man Dinge kaufen möchten, die längst aus dem Regal verschwunden sind oder nur noch in wenigen Geschäften verkauft werden.
Aber vielleicht ist das ja in ein paar Jahren anders, weil sich Internethändler und fahrende Händler darauf spezialisieren. Dann können sie gleich Fotoecken zum Einkleben von Fotoabzügen und Diafilme ins Sortiment aufnehmen.