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Generationenvertrag

Immer wieder ist davon die Rede, dass es in Zukunft mehr ältere und alte Menschen geben wird und dass es die Jungen nicht mehr schaffen können, die Renten der vielen Alten zu erarbeiten. Der Generationenvertrag, der Jahrzehnte das Miteinander von Jung und Alt in der Rentenversicherung geregelt hat, wird nicht mehr “halten” – auch wenn die jetzt arbeitende Generation erst mit 67 Jahren (oder noch später ?) die vollen Rentenansprüche erworben haben wird.
Wenn ich allerdings meine zwei Enkelkinder sehe, die gerade nach ihrer Berufsausbildung angefangen haben zu arbeiten, dann frage ich mich doch, ob das vorausgesagte Scheitern des Generationenvertrages seine Ursachen nur im Ungleichgewcht zwischen Alt und Jung hat. Auch in der Arbeitswelt steht es für junge Menschen ja nicht gerade zum Besten. Unser Enkelsohn hatte große Probleme, überhaupt eine Arbeit zu finden, jetzt hat er einen “Job”, schlecht bezahlt und nur von kurzer Dauer. Meine Enkeltocher macht für ein halbes Jahr ein “Praktikum”, da verdient sie eigentlich fast nichts. Für beide ist ungewiss, wie es weitergehen wird. Klar ist aber, dass sie nicht nur selbst eine bescheidene Rentenerwartung haben, sondern dass für Alte auch nichts in die Kasse kommen wird.
Da kann man schon ein schlechtes Gewissen bekommen, dass man alt ist und dass unsere Rente “sicher” ist?

2 Responses

  1. warum schleches gewissen? kinder allein großgezogen, gearbeitet 1/2 tags, nachts bedient, auch std.weise geputzt, jede gelegenheit ergriffen um weiter zu kommen, es gab keinen unterhalt, minimales kindergeld, keine staatlichen hilfen und zum betteln um unterstützung war man zu stolz. und jetzt soll ich mich schämen, dass ich 890 euro rente habe? wir haben gelernt mit magarine brot und malzkaffee auch glücklich zu sein und unsere kinder warteten bis geld für extra-wünsche übrig war

  2. Aua, bei soviel Verzichtslyrik kriegt man ja richtig Kopfschmerzen. Sollen die Jungen doch gut verdienen und dann auch eine anständige Rente haben. Was spricht dagegen, dass sie schon Leberwurstbrot essen, anstatt Margarinbrot? Eben! Dass das aber nicht Realität, dafür sorgen neoliberale Regierungen, das Finanz- und sonstige Kapital. Denn für die ist von nutzen, wenn sie Löhne und Gehälter zahlen, von denen man weder leben noch eine anständige Rente bekommen kann. Die Praktikanten-Reservearmee ist gerade das richtige Instrument, um Erwerbsbiografien so löchrig zu machen, dass da nie eine ausreichende Rente rauskommt. Warum also ein schlechtes Gewissen, wenn es Kritik an diesen Zuständen auch täte.

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