Da hat die Senioren-Union wohl ein Eigentor geschossen. Mit ihrem Vorstoß, künftig Kinderlärm als unzumutbare Belästigung einstufen zu lassen und damit den Bau von Kindergärten und evtl. auch Schulen in Wohngebieten zu verhindern, hat sie eine Welle des Protests ausgelöst.
Wer in den sozialen Netzwerken wie Twitter die Diskussion verfolgt, kann sich allerdings freuen. Hier dominiert das Verständnis für die nachfolgenden Generationen. Das beruhigt mich. Denn, was bitte schön, soll eine solche Stigmatisierung bringen? Zumal viele Senioren auch Großeltern sind und ihren Enkeln durchaus Verständnis entgegenbringen. Kinder müssen sich austoben dürfen und das in Wohnortnähe.
Die Senioren-Union sollte lieber darüber nachdenken, wie sich die Älteren einbringen können, um die Jüngsten zu betreuen. Da würde aus manchem lärmempfindlichen Griesgram sicher ein zufriedenerer Vorlese-Opa.
Wer noch am Leben teilhaben möchte, muss Verkehrslärm und auch Kindergeschrei in Kauf nehmen. Die anderen könne sich in schallgeschützte Räume zurückziehen. Es gibt inzwischen dank technischer Entwicklung Schallschutzfenster, und andere Lärmdämmungsmittel.
Wenn der Vorsitzende des Kinderschutzbundes meint, eine solcher Vorstoß wäre vor 50 Jahren undenkbar gewesen, kann ich ihm nur zustimmen. Damals hatte die Menschen noch andere Sorgen.
Wahrscheinlich war der Vorstoß der Senioren-Union nur ein trauriger Versuch, sich zu profilieren. Das ist aber nun schwer mißglückt. Die Generationen verfügen nämlich über einen weitaus besseren Zusammenhalt, als es mancher Politiker wahrhaben möchte.