Elternzeit, das ist der Zeitraum unbezahlter Freistellung von der Arbeit nach der Geburt eines Kindes bis zum dritten oder bis zum achten Lebensjahr (Elternzeit Plus). Einkommenseinbußen werden (zumindest teilweise) durch das Elterngeld ausgeglichen. Die Elternzeit, die sich Mütter und Väter nach ihren Wünschen und Möglichkeiten teilen können, wird allerdings überwiegend für Kinder bis zum dritten Lebensjahr wahrgenommen. Elternzeit und Elterngeld sind eine gute Sache zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch wenn die Regelungen in ihren möglichen Differenzierungen ziemlich kompliziert erscheinen.

Trotz aller gut gemeinter Absichten von Politik und Familien, Väter zur Elternzeit zu motivieren, es sind nach wie vor hauptsächlich Mütter, die die Elternzeit in Anspruch nehmen (41,6%), Väter nur zu 2,5% (Statistisches Bundesamt 2016). Gründe dafür gibt es viele, ganz wesentlich werden sie aber durch die Höhe des Einkommens, die Art der Berufstätigkeit der Väter und die Bereitschaft der Arbeitgeber beeinflusst.

Soweit der “Rahmen” für meinen Schwiegersohn, der sich nach längeren Überlegungen und einigem Hin und Her bei seinem Arbeitgeber entschlossen hat, für zwei Monate in Elternzeit zu gehen, sehr zur Freude meiner Tochter, die nach einem Jahr zu Hause wieder Vollzeit hat arbeiten gehen können. Und jetzt? Wie gestaltet sich der Familienalltag mit meinem Schwiegersohn als Hausmann und Vater?

Es ist meine Tochter, die die Kinder morgens anzieht und Frühstück macht, bevor sie zur Arbeit geht, damit mein Schwiegersohn endlich mal ausschlafen kann. Mittags bin ich häufiger als Großmutter dran, den älteren Enkelsohn aus dem Kindergarten abzuholen und dann für das Mittagessen zu sorgen, weil mein Schwiegersohn nicht kochen kann. Am Nachmittag spielt er mit den Kindern (das macht er wirklich toll), Zubettbringen, das macht dann wieder meine Tochter, weil die Kinder das so gewöhnt sind. Ach ja, und seitdem mein Schwiegersohn zu Hause ist, diskutieren meine Kinder ständig, ob sie nicht doch jemand zum Putzen einstellen sollten. Mein Schwiegersohn in der Elternzeit …. zum Glück nur ein Einzelfall …. oder?