Wir Großeltern sind in unserem Alter schon etwas fortgeschritten. Jetzt machen wir uns Gedanken um unsere Kinder und Enkelkinder, die irgendwann einmal unseren Haushalt ausräumen und entrümpeln müssen. “Brauchen” werden sie von den vielen Dingen, die sich bei uns im ganzen langen Leben angesammelt haben, wohl kaum etwas und “gefallen” wird ihnen auch nichts.
Also habe ich mit meinem Mann verhandelt, von welchen Dingen wir uns jetzt schon trennen und das Aufräumen selbst besorgen könnten.
Immerhin habe ich eine gemeinsame Durchsicht unserer Wohnung erreicht (einen Keller haben wir auch noch!). Entsorgt worden ist nach der Durchsicht allerdings nichts. Alles noch da: die gesammelten Reiseandenken (die man heute nicht mehr kaufen würde), die vielen Fotos und Videos (z.B. von irgendwelchen Bergen, von denen man nicht mehr weiß, wo das eigentlich war), die Bierdeckel und Bierkrüge, die mit Leidenschaft gesammelt wurden, Unmengen von Schrauben und Nägeln, Bücher, die niemand mehr liest und viele, viele Schallplatten, die niemand mehr hört, überhaupt das ganze “Archiv” gesammelter Zeitungsausschnitte und Zeitschriften. Sich davon zu trennen, sei einfach eine Zumutung, meint mein Mann. Ich hätte doch auch diese Porzellanfiguren, die vielen Kristallvasen und -schalen (das seien doch nur Staubfänger, die keiner braucht) – und überhaupt das von meiner Mutter geerbte Geschirr, Tischdecken und Häckeldeckchen. Alles dies benutzen wir nicht, also brauchen wir auch das nicht.
In Ratgebern wird immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig das “Loslassen” und “Entrümpeln” sei: “Platz schaffen für was Neues”. Naja, Neues brauchen wir nun wirklich nicht mehr, aber den ganzen alten Krempel eben auch nicht. Da aber die Dinge um uns herum mit Erinnerungen verbunden sind, werden wir das Entrümpeln wohl doch unseren Enkelkindern überlassen müssen, schließlich können wir doch nicht unser ganzes Leben wegwerfen?