vignette_nosseck_bockSeit einigen Tagen tobt die Auseinandersetzung in Nürnberg darüber, was ein Bewohner eines Altenheims darf und was nicht. Seit Jürgen sein Handy gezückt hat und sein püriertes Essen fotografierte und via Facebook öffentlich machte, ist viel geschehen. Er hat eine Kündigung in Aussicht gestellt bekommen und sucht immer noch einen neuen Heimplatz, den er auch bezahlen kann. Im Internet haben sich neue Interessengruppen zusammen gefunden, die nun fleißig ihr Essen fotografieren, das im Krankenhaus oder in einem Heim serviert wird. Siehe hier.

Natürlich handelt es sich dabei in der Regel nicht um drei Haufen Matsch in unterschiedlichen Farben wie ursprünglich bei Heimbewohner Jürgen.
Da sieht man doch gleich, warum man bei der Kostenpauschale für die Verpflegung von Heimbewohnern von “Hotelkosten” spricht.
Wenn man als Heimbewohner dann wenigstens auswählen könnte. Denkbar wären drei Menüstufen: Matsch, Stückchen und normale Gasthaus-Portionen.
Dass man in einem Heim vielleicht auch ein Buffet anbieten könnte wie es Kantinen von etlichen Betrieben inzwischen üblich ist. Davon habe ich bisher kein Wort gefunden.

Gerade in Situationen, in denen der Mensch nicht mehr viel selbst bestimmen kann, bei Krankheit oder Altersgebrechlichkeit, sollte er schon wählen können, was er essen möchte und was nicht.
Denn die Kosten für die Heimunterbringung sind häufig höher als in Hotels. Da darf es schon ein bisschen Komfort geben.
Ich möchte nicht die ganze Geschichte von Jürgen nacherzählen und gebe dafür einige Links zum nachlesen. Heimbewohner Jürgen und sein Essen. Und das sagen andere Heime. Und hier.
Vielleicht gibt es mal eine Facebook Gruppe von selbstbewussten Heimbewohnern, die sich wie Jürgen nicht alles servieren lassen. Mich würde es frueen. Vorschläge nehme ich gerne entgegen.