vignette_mielenzImmer wieder erneut (und im Wahlkampf erst recht) gibt es sie, die Debatte um eine Kindertagesstätten-Pflicht für Kinder ab 3 Jahren. Uneinig sind sich sich die Parteien CDU und SPD (zumindest in Berlin) nur, ab welchem Alter der Kinder – schon mit 3 Jahren mit Erreichen des Kindergarten-Alters (SPD) oder erst ab 5 Jahren als eine Art “Vorschulpflicht”, um mit dem Beginn der Grundschule “beschulbar” zu sein (CDU).
Bildung für die Kleinsten so früh wie möglich, das ist unter Bildungsexperten und inzwischen auch bei den politischen Parteien eine unbestritte Forderung. Unbestritten ist auch, dass Kinder, die zuvor nicht im Kindergarten waren, in der Schule erhebliche Schwierigkeiten haben, sei es dass sie Sprachprobleme haben oder den erwarteten Verhaltensnormen der Schule nicht genügen.
Bislang kennen wir nur die Schulpflicht für Kinder von 6.bis zum 18.Lebensjahr. Kindertagesstätten als Einrichtungen der Jugendhilfe zur Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern unter 6 Jahren sind Angebote, die verbunden mit einem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz freiwillig genutzt werden. Von diesem Angebot machen mehr als 90 % der Eltern Gebrauch.
Für die Kindergarten-Pflicht spricht, dass Kinder aus benachteiligten Familien nur zu 80% den Kindergarten besuchen, obwohl gerade sie besonderer Förderung bedürfen. Gegner meinen, dass Eltern durch eine Kindergartenpflicht kaum überzeugt werden, für ihre Kinder eine institutionelle Form der Erziehung zu befürworten. Außerdem sei ja sowieso nur eine Minderheit von Eltern betroffen. Für diese eine “Pflicht” für alle einzuführen, sei unangemessen. Wichtiger sei es, durch Verbesserung der Betreungsqualität und Abschafung der Elternbeiträge Anreize zu schaffen.
Kindergartenpflicht und Kostenbeiträge der Eltern passen irgendwie auch nicht zusammen. Der Abschaffung von Kostenbeteiligungen der Eltern hat der Deutsche Städtetag allerdings schon eine Absage erteilt. Damit hat sich das Thema mal wieder erledigt?