vignette_nosseck_bockEigentlich müsste sich hierzu unser Global Oldie Matthias Fargel äußern. Er ist nämlich ein ausgewiesener Asienkenner. Doch auch mich reizte die Meldung, dass China seine Bürger dazu verpflichten möchte, sich um ihre alten Verwandten zu kümmern. Das kann man einfach nicht unkommentiert stehen lassen. Es zeigt sich hier, dass eine an sich wohl überlegte Vorgabe aus grauer Vorzeit, nämlich die Ein-Kind-Familie, nun ihre Schattenseite zeigt. Das Reich der Mitte droht zu überaltern. Außerdem sind die Kinder in der aufstrebenden Industrienation schon sehr gefordert, mit dem ständigen Wandel ihrer Lebensumstände zurecht zu kommen.
Auch die einzigen Enkel sind häufig nicht in der Lage, die Alten zu pflegen und sie regelmäßig zu besuchen. Sie müssen das Land zur Industrienation aufbauen. Im Moment exportiert China Pflekräfte, auch nach Deutschland. Sie sollen später ihre Kenntnisse wieder mit nach hause bringen und auch helfen, eine professionelle Pflege zu ermöglichen. Eine Mammutaufgabe.
Man kann die dörflichen Strukturen und die alten Traditonen aber nicht erst zerstören, um sie später per Gesetz wieder einzufordern. Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht.
Ich bin übrigens froh, dass unser System so gut ausgebaut ist, dass ein ambulanter Pflegedienst innerhalb von einem Tag die Versorgung aufnehmen kann. Schließlich ist die Versorgung von alten und kranken Menschen keine Aufgabe, die allein gutwilligen Laien überlassen werden kann. Hier gehören Profis hin, die auch entsprechend dafür bezahlt werden sollten. Ob das China auch noch klar wird?