Brauchen Fraue so etwas wirklich? Ein Heft über die Wechseljahre, das ziemlich unkritisch daherkommt. Foto: PR

Brauchen Fraue so etwas wirklich? Ein Heft über die Wechseljahre, das ziemlich unkritisch daherkommt.
Foto: PR

Das hat mir gerade noch gefehlt. Die Wechseljahre im Brigitte-Stil. Modisch up to date kommt es daher, mit einem schwarz-weiß Titel und einer pastellfarbenen Anmutung. Denn die reifen Jahre sind pastell. Gerade hatte ich mir die 25. Vorstellung von Ladies Night im WDR gegeben, in der eine tolle Kabarettistin ihren Wechseljahre-Song schmetterte, da fiel mir diese Pressemitteilung in die Hände.
Für schlappe 6,80 Euro kann sich das Brigitte woman Publikum nur ein dickes Heft über die hormonelle Umstellung des weiblichen Körpers kaufen. Was da drin steht? Dreimal dürfen Sie raten!
Es findet sich eine “die große Brigitte Woman Wechseljahres-Diät”. Nein, das ist kein Witz.
Das von mir einst geschätzte Magazin vital hatte so etwas bereits vor zehn Jahren wesentlich eleganter formuliert: Diät mit 40, Diät mit 50, Diät mit 60 etc.
Ab einem gewissen Alter sollte man allerdings lieber zu als abnehmen, aber das ist ein anderes Thema.
Ja und sonst?
Laut Pressetext macht das Magazin “Lust, auch Neues zu wagen, stellt zum Beispiel die aktuellsten Ansätze in der Hormontherapie vor sowie ein Yoga-Workout, das wie Ayurveda und Homöopathie eine Alternative zu der medizinischen Therapie sein kann”. Hallo? Geht so kritischer Journalismus? Hormontherapie? Ist die vielleicht umstritten? Oder gibt es sonst irgendwelche Probleme, wenn Frauen älter werden? Nein?
Kaum zu fassen. Übrigens kommen die meisten Frauen nicht mit 40 in die Wechseljahre, sondern gut zehn Jahre später. Ob das Brigitte woman entgangen ist, die ihre Zielgruppe bei 40 plus ansiedelt für ihr Wechseljahre Spezial. Also in einem Alter, in dem späte Mütter glücklich ihre Monsterkinderwägen durch die Gegend schieben?
Ich bin mal gespannt, wie diese tolle Idee einschlägt, für die sich das Brigitte Team bereits als “Tabubrecherinnen” selber feiert. Übrigens sind einige Artikel gegen Bezahlung eines Betrags zwischen 80 Cent und 2 Euro im Internet abrufbar. Das einzige, was mich daran interessiert, ist die Frage, was ist denn da billiger Inhalt und was nicht?
D