Die Pressemitteilungen müssen der langjährigen Moderatorin Luzia Braun durch und durch gegangen sein. Da bezeichneten die Medien die 57-Jährige als Berufsjugendliche. Dabei hatte die zierliche Frau dem Freitagabend-Format ein durchaus sympatisches Gesicht gegeben. Nun bleibt sie im Hintergrund, denn eine Mittdreißigerin soll künftig die Kulturfreunde vor dem Einschlafen bewahren.
Katty Salié heißt die neue Hoffnungsträgerin des Senders, der so versucht, das Alter seiner Zuschauer nach unten zu drücken. Dieses liegt nämlich locker jenseits der 60. Aber was ist daran so schlimm? Das sind wenigstens noch Menschen, die das Fernsehen ernst nehmen, sich aus dieser Quelle gerne informieren und nicht in der Mediathek Tage nach der Erstausstrahlung noch schnell mal durchklicken, was an Themen geboten wurde. Sie übrigens auch Rundfunk- und Fernsehgebühren.
Das ZDF selber formulierte sein Anliegen so: “Optisch, personell und inhaltlich verjüngt, ohne ‘zwangsjugendlich’ zu sein”, so Redaktionsleiter Christhard Läpple, “wird ‘aspekte’ die lange Tradition als Kultursendung fortführen, aber spielerischer und weniger verbissen sein, im Ton wie in der Erzählweise. Die Zuschauer sollen sich zuhause fühlen, aber auch Überraschungen erwarten.”
Wenn man allerdings nach der letzten Aspekte-Sendung fahndet, dann trifft man auf Gastmoderatorin Anke Engelke. Und das hat Lzia Braun meiner Meinung nach nicht verdient. Die Comedy-Queen imitierte ihre Vorgängerin und toppte dies mit einem Kleidungsungetüm, dass genau den schlichten Stil Luzia Brauns ins Lächerliche verzerrte..
Ob so viel Öffnung und drastisch Distanzierung vom bewährten Format dem Sender wirklich gut tut, kann ich erst nach dem Start ab Januar 2012 beurteilen. Ich habe meine Zweifel, denn die Verjüngung wird wahrscheinlich auch die Themen betreffen, die Aspekte küfntig aufgreifen wird. Ich fand den Mix bisher häufig sehr gelungen und wohltuend unaufgeregt. Trendmagazine gibt es woanders schon genug.