Gerade habe ich einen Artikel zum Einsatz von Hausnotrufen entdeckt. Darin schildert ein Experte der Robert Bosch Stiftung, warum diese so selten genutzt werden. Meistens werden diese nämlich von den Angehörigen angeschafft. Eine Art fürsorglicher Geste, die das eigene Verantwortungsgefühl diktiert.
Leider haben Senioren häufig Angst vor solchen Hilfsmitteln. Sie nutzen sie nicht, weil sie befürchten, damit direkt ins nächste Krankenhaus verfrachtet zu werden, falls sich wirklich einmal sehr schwach fühlen.
Dieses Verhalten ist nicht nur bei dem an sich sinnvollen Hausnotruf zu beobachten, der vielleicht eher beim Hausarzt Alarm auslösen sollte als in der Rettungsleitstelle, sondern auch bei anderen Hifsmitteln.
Gerade habe ich die Erfahrung mit einem Rollator gemacht. In der Nachbarschaft wurde dieses wirklich praktische Gefährt einer betagten Dame in die Wohnung gestellt, die bereits einmal gestürzt ist. Doch was macht die Frau, nachdem sie von ihrem ersten Bruch erfolgreich kuriert wurde? Sie verzichtet auf die Benutzung des Rollators, stürzt erneut und hat nun eine Oberschenkelhalsfraktur.
Nun haben die Angehörigen den Rollator weiter verliehen, so lange die eigene Mutter noch den Kreislauf Krankenhaus, Reha durchläuft.
Im nächsten Fall war der Rollator so abschreckend, dass die Betreffende gleich mit einem Gehtraining begonnen hat, damit sie ihn wirklich niemals benötigt.
Eigentlich bedenklich, dass bisher noch niemand erfolgreich diesen Ängsten ein positives Image entgegensetzen konnte.