Da war ich gespannt, als ich die Einladung zur Verleihung des Stiftungspreises 2010 der Organisation “Lebendige Stadt” in den Händen hielt. Schließlich sollte die seniorenfreundlichste Stadt ausgezeichnet werden. Ob Deutschlands oder Europas Alten gerechteste Kommune, das ging aus der Ankündigung leider nicht hervor. Aber es ist natürlich immer interessant, was sich so tut.
Denn, wer einmal in einer Kleinstadt wie Erlangen (100 000 Einwohner) versucht hat, mit einem gehbehinderten Menschen einzukaufen weiß, was Not tut. Kurze Wege, die man auch mit einem Privat-PKW anfahren kann. Kurzzeit-Parkplätze für alle Senioren, denen die Beantragung von Behinderungsmerkmalen im Versorgungsamt zu aufwändig sind, die sich aber trotzdem noch im öffentlichen Raum bewegen möchten.
Das alles ist eigentlich selbstverständlich, aber kaum in der Stadtplanung vorgesehen.
Deswegen wird eine Einkaufstour zur sorgfältig ausgetüftelten Expedition.
Aber zurück zu den vorbildlichen Städten. Den ersten Preis erhielt Arnsberg. 80 000 Einwohner, eine Fachstelle “Zukunft Alter”, altengerechte Bildungseinrichtungen und eine stringente Umsetzung des Konzeptes zur altengerechten Stadt. 15 000 Euro gab es zur Belohnung. Ich kenne Arnsberg nicht, aber die Homepage ist gut. Leider konnte ich das den Machern nicht mitteilen, da ausgerechnet die Versendung eines entsprechenden Fragebogens scheiterte. Schade.
Platz 2 ging übrigens an Köln für das Projekt, Studenten wohnen bei Senioren gegen Hilfe im Haushalt.
Dritter wurde die Gemeinde Sinzheim, die einen Park der Generationen angelegt hat. Respekt. Und Tübingen, hier wurden Migranten zu ihren Bedürfnissen im Alter befragt. Auch nicht schlecht.
Ich möchte aber in aller Bescheidenheit noch meinen Preisträger, so ganz außerhalb der Jury nennen. Das ist die Stadt Nürnberg mit einem der größten Seniorenämtern in Deutschland, bald einem eigenen Seniorenrathaus, einer guten Vernetzung der Anbieter und vielem mehr. Aber bekanntlich kann nur gewinnen, wer mitspielt. Ob sich also die fränkische Großstadt unter den 250 Bewerbern befunden hat, weiß ich nicht. Aber einen Preis hätte sie auf jeden Fall verdient.