Hello All, wie man es sich mit Hilfe von Roboter im Dienstleistungsbereich gut gehen lässt, erlebt man u.a.im Aloft Hotel in Cupertino, in der Nähe des Firmensitzes des Apple-Konzerns. Dort trifft man Botlr und seine baugleichen Kollegen. Sie sind im Foyer, auf den Gängen und in den Gästezimmern zu Diensten. Sie geleiten zu den Aufzügen und Zimmern; sie bringen auf Anruf per App Handtücher, Zahnbürsten, Zeitschriften und verbalen Rat. Anstatt Trinkgeld erwarten sie Lobendes auf dem Hashtag #MeetBotlr. Das spart dem Gast (in den USA viel) Geld, Zeit und eventuelle Peinlichkeiten, wenn man mal noch nicht so ganz salonfähig die Tür öffnet. Ist einem Botlr völlig egal. Botlr bleiben diskret und allzeit bereit. 24/7 stromern sie blinkend, doch geräuschlos mit dem Gewünschten zu den Gästen. Die servile künstliche Intelligenz (KI) bewährt sich auch im komplett auf Roboter adaptierten Hotel Nenn-Na außerhalb von Nagasaki, Japan. Die/der (?) Android(in) Lady Yumeka begrüßt und geleitet durch die Check-in- Prozedur; andere Roboter tragen das Gepäck aufs Zimmer und bestücken das Buffet im Restaurant. In jedem Zimmer steht auf dem Nachtkästchen der Roboterwichtel Churi-Chan, der nach Spracheingabe das Zimmer, dessen (zu viele) Knöpfe und so manches der Welt rund um Nagasaki erklärt. Er hilft bei Buchungen, Reservierungen und Routenplanung für Ausflüge.

Was sich heute in hippen und auf zufriedene Gäste angewiesene Hotels bewährt, kann bald Einzug in die personalintensive und anstrengende Altenbetreuung halten. Ohne den Anschein, eine Notlösung, sondern schlichtweg zuverlässig und effizient zu sein. Nicht für alle Bereiche, aber für viele – und das rund um die Uhr. Meine 95 jährige Mutter lebt in einer ordentlichen Einrichtung betreuten Wohnens. Doch ab Freitagmittag bis Montagfrüh und bei Personalausfällen bleibt meine hochbetagte Mutter dort de facto unbetreut. Botlr und seine E-Kollegen könnten da heute schon segensreich einspringen. Den Rollator bringen und halten; verschwiegen ins Bad geleiten, Stürze verhindern und sofort melden. Hol- und Bringdienste verrichten, Fernsehbedienung und Telefonate erleichtern. Industrie 4.0 als arbeitsplatzfressendes Ungetüm? Für uns Senioren vermutlich kein Angstthema. Im Gegenteil. Als Senioren 4.0 werden wir weder ständig wechselndes Personal aus Ungarn oder Polen, dessen Sprachtalent noch Launen, Zeitdruck oder bisweilen gebieterischen Allüren zu befürchten haben. Auf uns könnte der in First-Class-Hotels geschulte, und für Senioren nachjustierte Nachwuchs der Botlr-Kollegen warten. Bravo, brave new world! Hey, ich meine das gar nicht ironisch.
Ihr Global Oldie