aaa-vignette Hello All, Brasilianer und Kolumbianer duschen am häufigsten pro Woche (10-12x/Woche); Mexikaner und Australier überdurchschnittlich oft. Seltener hingegen als der Weltdurchschnittsbürger duschen sich Japaner, Engländer, Russen und Deutsche (5-6x/Woche). Frauen mehr als Männer; Junge öfters als Alte *. Das ist traurig im engsten Sinne, gerade für Ältere. Fällt Ihnen nicht auf, dass jene Vielduscher-Nationen zugleich den Ruf als Gute- Laune Kulturen genießen und die Selten-Duscher eher als ernste Zeitgenossen gelten? Hier ein Deutungsversuch jenseits der „Licht und Sonne- Erklärung“ für kollektiven Frohsinn bzw. massenhafter Ernsthaftigkeit.
Duschen dient nicht nur der Reinlichkeit. Duschen macht erwiesenermaßen gesund und obendrein glücklich. Insbesondere, wenn man dabei singt. Warm Duschen entspannt die Muskulatur. Eine wohlig feucht warme Duschkabine vermittelt Geborgenheit und zudem eine optimale Kleinakustik. In der Dusche singt es sich klangtechnisch erheblich besser und hemmungsfreier als im Karaoke Club. Feuchtwarme Luft erleichtert das Singen. Singen wiederum führt zu mehr Sauerstoff in der Lunge; der Blutdruck sinkt und die Immunabwehr steigt. Zusätzlich fördert Duschensingen die Dopamin- und Oxytocinausschüttung, was wiederum Stress abbaut und Glücksgefühle beschwingt. Und was alles fällt einem beim entspannten Duschen ein! Die Duschkabine ist eine wahre Kreativitätsquelle.
In Sachen Körperhygiene diskutiert die medizinische Fachwelt weit auseinanderliegende Positionen, wie oft Ältere pro Woche, mit oder ohne Seife & Shampoo, sich reinigen sollen. Die alternde Haut fettet nicht mehr genügend nach, um noch täglich der Lauge ausgesetzt zu sein, warnen die einen. Andere heben hervor, dass gerade im Alter Körperhygiene Vorrang haben muss. Unter dem Aspekt der Psychohygiene möchte ich Senioren die tägliche Dusche als wahren Jungbrunnen nahelegen. Der Redlichkeit halber sei vermerkt, dass meine Theorie noch eine kleine empirische Lücke aufweist. Mir ist unbekannt ob die o.g. Vielduscher auch Vielsinger sind. Doch wenn beim Duschen noch ein paar Geruchsbakterien und Hautschuppen den Abfluss hinuntergespült werden, sehe ich in der Gesamtbetrachtung mehr Nutzen als Risiken. Wohlriechende und möglicherweise besser gelaunte Senioren sind sicher eine größere gesellschaftliche Bereicherung als andere, oder?
Ihr Global Oldie
*vergl. u.a. 16 Länder Studie des Euromonitor 2015 oder The Atlantic, 17.2. 2015