vignette_nosseck_bockNeulich fiel mir eine Gewerkschaftszeitung in die Hand. Darin hat verdi einen Schwerpunkt zum Thema alte Mitglieder veröffentlicht. Offenbar ist der demografische Wandel bei den Gewerkschaften angekommen. Jetzt bemühen sie sich, ihre Mitglieder auch nach dem Anschluss des Berufslebens in ihren Reihen zu halten. Das hat mich erstaunt. Ich dachte, die silberne und goldene Treuenadel, die man für 25 oder 50 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit bekommt, sei so erstrebenswert, dass man bis zum Tod Mitglied bleibt. Die 0.5 Prozent von den Alterseinkünften sind doch ein minimaler Beitrag dafür, dass man noch seinen Einfluss auf Politik und Gesellschaft gelten machen kann.
So argumentiert verdi jedenfalls. Neben Ermäßigungen und Sonderkonditionen erwartet die Mitglieder im Rentenalter das gute Gefühl, ihre Gewerkschaft kämpft für sie in Sachen Gesundheitspolitik, Pflege und Rente.
Komisch, ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass verdi in der Deatte um die Pflegereform das Wort ergriffen hat.
Bestimmt ruft verdi bald zu einer Demonstration gegen die ganzen Nachteile auf, die Rentnern aufgebürdet werden. Von Krankenkassenbeiträgen und Steuern, die ihre hart erarbeitete Rente schmälern bis hin zu der Forderung nach einem verständlichen Rentenbescheid.
Ich finde, hier lässt sich die Gewerkschaft von Verbänden wie dem VdK die Butter vom Brot nehmen. Der Sozialverband hat ständig wachsende Mitgliederzahlen und vertritt glaubhaft das Anliegen der Rentner.
Da müssen die Gewerkschaften noch ganz schön an ihrem Image feilen, um annähernd an den VdK heranzukommen.