vignette_nosseck_bockVor kurzem habe ich mir gedacht, gerade Ärzte sind auf dem demografischen Wandel nicht besonders gut vorbereitet, da habe ich diese Kampagne entdeckt. Ich zitiere den Pressetext und möchte empfehlen, sich an der Aktion zu beteiligen. Denn das kommt allen zu Gute und oft sind gar nicht so große Investitionen nötig, um die Praxis für gebrechliche Menschen und solche mit Behinderung zugänglich zu machen.
Ältere Menschen haben oft das Problem, nicht nur kompetente Ärzte in der Nähe zu finden, die in der Lage sind, auf die spezifischen Bedürfnisse der relevanten Patientengruppen einzugehen. „Vielfach steht auch die mangelnde Barrierefreiheit von Arztpraxen dem Zugang zu einer adäquaten ärztlichen Behandlung entgegen“, so Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Im Rahmen des Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen hat die Bundesregierung sich daher zum Ziel gesetzt, eine ausreichende Zahl von Arztpraxen barrierefrei zugänglich zu machen. Denn noch sind rund 180.000 Arztpraxen in Deutschland nicht oder nur unzureichend barrierefrei ausgerüstet. Während bei der Erstellung von neuen Arztpraxen weitgehend auf Barrierefreiheit geachtet wird, gibt es im Praxisbestand erheblichen Nachholbedarf.
Der Verbund „Leben ohne Barrieren“ (L.o.B.) hat hierfür ein Konzept entwickelt, durch das mehr Barrierefreiheit in Arztpraxen geschaffen werden soll. „Leben ohne Barrieren“ ist ein Verbund von Handwerksbetrieben, Architekten und der Industrie, der sich dem barrierefreien Bauen, Wohnen und Leben verschrieben hat. Die Mitglieder bieten gemeinsam eine gewerkeübergreifende Lösung für das barrierefreie Bauen an – von der Planung bis zur Übergabe. Dabei geht es in Arztpraxen bei weitem nicht nur um die Überwindung von Stufen und Treppen oder um die schwellenfreie Befahrbarkeit mit einem Rollstuhl oder Rollator bei ausreichend breiten Türen. „Die Hindernisse sind vielfältig“, sagt Dieter Soth von Leben ohne Barrieren-Deutschlandweit. „Sie beginnen beim Licht und enden beim Fußboden und dazwischen gibt es eine ganze Fülle von Unzulänglichkeiten, die es im Sinne einer barrierefreien Arztpraxis abzustellen gilt“. Außerdem gibt es je nach Fachrichtung des Arztes unterschiedliche Anforderungen.
Um feststellen zu können wie Patienten die barrierefreie, praxisfreundliche Praxis ihres Haus- und/oder Facharztes beurteilen, hat L.o.B. für „Praxis ohne Barrieren“ einen eigens dafür erarbeiteten Patienten-Fragebogen erarbeitet, der darüber Aufschluss geben soll.
Der Fragebogen kann unter dem folgenden Link als PDF (http://www.praxisohnebarrieren.de/patienten.html abgerufen oder unter info@ lebenohnebarrieren.de angefordert werden.
Erste Informationen gibt es auch auf der neuen Internetseite www.praxisohnebarrieren.de