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Kluge Enkelkinder durch Pillen?

vignette_mielenzAlle meines Alters (Jahrgang 1945) werden sich an scheußlich schmeckenden Lebertran erinnern, den wir Kinder in Ermangelung von vitaminreicher Kost wie Obst und Gemüse haben schlucken müssen. Dabei ging es damals nicht darum, durch Lebertran klug zu werden, sondern um notwendige Nährstoffe, die in der Ernährung fehlten, weil es sie einfach nicht gab. Apfelsinen und Bananen z.B. habe ich erst kennengelernt, als ich etwa fünf Jahre alt war.
Heute werden unseren Enkelkindern Pillen, Kapseln oder Pastillen als “Gehirnproteine” (z.B. Omega IQ junior) verabreicht, damit sie für die Schule besonders fit sind und durch die positive Beeinflussung der Gehirnfunktion besser lernen.
Die Stiftung Warentest ist den Versprechen der Produzenten nachgegangen. In test 2/2013 finden sich die Test-Ergebnisse der gängigen Produkte mit der Feststellung: “Viel Versprechen – wenig dahinter” und: “Nahrungsergänzungsmittel für Kinder, die angeblich günstig auf die Gehirnfunktion oder Lernen und Konzentration wirken, kann (man) sich sparen” (S.86).
Viele Eltern springen auf die Werbung dieser Pillen-Produkte an, offenbar weil ihnen auch dies für ihre Kinder eine Möglichkeit scheint, mit stressigen Lernsituationen in der Schule besser fertig zu werden. Dabei reicht schon viel Bewegung im Freien und ausgewogene Ernährung, ganz besonders Obst und Gemüse und fettiger Seefisch (Lachs, Hering, Makrele) und wenn der nicht schmeckt, täglich ein paar Walnüsse.
Nun ist es ja schon sowieso fraglich, dass man sich wegen der Schulleistungen der Enkelkinder so viel Gedanken um die “richtige” Ernährung machen muß, weniger Stress durch die Schule ginge doch auch? Ach ja, wenn man meint, doch noch was Gutes für die Enkelkinder tun zu müssen, dann kann man auch Lein- oder Rapsöl verwenden. War doch nicht so schlecht unser Lebertran damals?

Eine Antwort

  1. ich erinnere mich, dass ich nach dem Kriege wegen einer Unregelmäßigkeit meines Blutes Lebertranspritzen bekommen habe. Das waren Hämmer, die dazu führten, dass ich immer einen halben Tag danach im Bett liegen musste (auch wollte). Aber: Weil ich so sehr litt, schenkte mir meine Mutter immer ein oder zwei kleine Schafe (wie sie heute noch in Weihnachtskrippen zu finden sind) und die Zahl meiner Lebertranspritzen war so groß, dass ich noch lange danach mit einer kleinen Schafherde spielen konnte. Übrigens: Es hat wohl damals geholfen!

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