Rocky wusste es schon vor Jahren: Er gibt nicht auf. Selbst als Senior wollte er mit einem Comeback die Boxkarriere noch einmal aufleben lassen. Dem Gründer des Duisburger Senioren-Boxen geht es dagegen um etwas anderes. Er möchte, dass sich Alte wehren können. Das ist ein guter Ansatz. Schließlich gilt Duisburg nicht erst seit den Tatorten mit Schimasky, der übrigens auf kräftig mit den Fäusten austeilte, als unsicheres Pflaster. Beim Boxen werden auch Aggressionen abgebaut. Die haben Senioren. Manchmal, weil sie schwächer werden und das gar nicht aushalten können. Da hilft es, mal kräftig draufzudreschen. Und sei es nur auf einen Boxsack.
Ich bin gespannt, ob sich genügend Senioren finden, die bei dem Projekt mitmachen. Zwei sollen sich bereits gemeldet haben. Ab einer Gruppe von sechs Leuten, beginnt der Kurs. Immerhin sind ja viele Menschen heute noch relativ fit und können diesen anstregenden Sport selbst in späten Jahren erlernen.
Angesichts von Überfällen in öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Initiative des 68-jährigen Andreas Buchmüller begrüßenswert. Mehr Selbstbewusstsein entsteht durch das Beherrschen einer Kampfsportart ebenfalls.
Dass sich die reifen Kampfsportler vor Trainingsbeginn vom Arzt durchchecken lassen, ist sicher sinnvoll. Ebenso ein auf das Alter und die Kondition der Teilnehmer abgestimmtes Programm. Aber, dass man gleich in den Ring steigt für einen ultimativen Kampf wie Rockey, daran ist ja auch gar nicht gedacht. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Ziel. Manchmal hilft das auch anderen, wenn sich die Alten druchboxen.