Verbraucherschutz ist gut, besser ist er, wenn ihn der Verbraucher auch versteht. Das kann ich von mir nicht behaupten, wenn ich an den soeben erhaltenen Brief meiner Bank denke. Es geht um die Änderungen beim Lasteneinzugsverfahren. Da hat mir die Bank die vorherige Fassung geschickt und dann alle Passagen durchgestrichen, die nicht mehr gültig sind und mit neuen Formulierungen versehen. So weit, so gut. Schließlich geht es ja um juristisch wirksame Änderungen.
Doch leider weiß ich wirklich nicht, was sich verändert hat. Ich habe mal unter dem Punkt Gebühren nachgeschaut. So wie ich das verstanden habe, gibt es keine neuen Gebühren. Aber kann man das nicht auch etwas deutlicher sagen? Bei der Werbung von Neukunden, bei den Konditionen für Zinsen, ob als Darlehen oder als Guthaben, gibt es eine klare Kundenansprache. Werbeagenturen werden beauftragt, die Banken beschäftigen Kommunikatonsabteilungen dafür. Doch bei den sich ständig ändernden Vorschriften im Zahlungsverkehr, die einem im besten Fachchinesisch ins Haus flattern oder auf Kontenauszügen seitenlang aufgeführt sind, hat kein Experte für klare Sprache gewirkt.
Das führt zu Verwirrung. Neulich habe ich folgende Szene am Eingang einer Bank erlebt. Eine ältere Dame erschien beim Pförtner mit einer Benachrichtigung ihrer Bank. Es ging um die Änderung der Geschäftsbedingungen. Die alte Frau verstand überhaupt nichts von dem Banken-Kauderwelsch. Sie betonte mehrfach, dass sie nichts geändert haben möchte. Der Pförtner handelte in diesem Moment sehr besonnen, rief einen Kollegen aus dem Schalterbereich herbei, der sich mit der Kundin in Ruhe auseinandersetzte und ihr erklärte, dass es sich um allgemeine Vorschriften handele, die für alle Bankkunden in Deutschland neu gefasst worden sind und sie daher die Änderung akzetieren müsse. Ich habe nicht mehr beobachten können, ob die alte Dame nun beruhigt gegangen ist. Aber ich kenne zahlreiche Menschen, die ebenso wie ich, von diesen Schreiben überfordert sind, sie in eine Schachtel packen und hoffen, dass schon alles seine Richtigkeit hat.
Ist das echter Verbraucherschutz? Ich meine, hier müsste endlich mal etwas in Richtung bessere Verständlichkeit getan werden. Darüber freuen sich sicherlich nicht nur Senioren.