Unser Sohn hat sich von unserer Schwiegertochter und unseren Enkelkindern getrennt, die Scheidung steht kurz bevor. “Es geht nicht mehr, sie passen doch nicht zusammen, er hat sich neu orientiert” – das sind seine “Erklärungen”. In dieser turbulenten und für alle Beteiligten belastenden Familiensituation sind unsere zwei noch nicht schulpflichtigen Enkelkinder häufig bei uns.
Natürlich ist ihnen nicht verborgen geblieben, dass sich ihre Eltern manchmal heftig gestritten haben und sich, wie unser Enkelsohn sagt, “nicht mehr lieb haben”. Auch für uns Großeltern ist die Situation mehr als schwierig, denn wir sind es, die die vielen Fragen unserer Enkelkinder in erster Linie beantworten und ihre Befürchtungen zerstreuen müssen. Also haben wir allen Mut zusammen genommen und versucht, ihnen die Wahrheit (soweit wir diese Wahrheit einschätzen können) zu sagen, damit nicht falsche Vorstellungen wachsen. Am schlimmsten war ihre Frage, ob sie nun den Papa nicht mehr lieb haben dürfen und ob er, wenn er nicht mehr zuhause wohnt, genauso für sie da sein wird. Also, wir haben viel mit unseren Enkelkindern geredt und sie ermutigt, ihre Ängste und Besorgnisse in Worte zu fassen. Aber eigentlich hätten wohl die Eltern ihren Kindern die Gründe für ihre Trennung erklären müssen oder können das die Großeltern doch besser?