Nun ist es wohl bald soweit, meine Enkelsöhne, 8 und 10 Jahre alt, haben nach den neuen Regelungen zu “Hartz IV” Anspruch auf einen Bildungsgutschein, weil meine Tochter arbeitslos und leistungsberechtigt ist. Das sind immerhin Gutscheine im Wert von 10 € im Monat für jedes Enkelkind, die auf Antrag meiner Tochter (ich hoffe, sie tut dies) für Musik- oder Nachhilfeunterricht, für die Mitgliedschaft in einem Sportverein oder vergleichbar Sinnvolles (?) gewährt werden.
Da ich selbst nicht finanziell helfen kann und da die Regelsätze für Kinder nicht erhöht wurden (für Kinderkleidung gibt es nach wie vor 15 € im Monat), mache ich mir um meine Enkelsöhne Sorgen, denn der 10 €-Gutschein reicht doch hinten und vorne nicht. Vielleicht werden beim Sportverein keine so hohen Beiträge verlangt, aber Musikunterricht oder Nachhilfe sind doch bestimmt viel teurer!
Beide Jungen sind recht sportlich, eine Mitgliedschaft in einem Sportverein wäre schon eine prima Sache. Beim Lernen in der Schule sind beide nicht besonders gut. Nachhilfe oder auch nur unterstützende Hilfen beim Lernen wären aus meiner Sicht dringend nötig. “Bei Bedarf” gibt es Nachhilfeunterricht, aber wer stellt denn diesen Bedarf fest und wird der gesondert bezahlt oder sollen dafür die 10 € auch noch reichen? Schwer vorstellbar, wie dieses “Bildungs-und Teilhabepaket für Kinder” realiter funktionieren soll. Ist doch wohl eher eine Mogelpackung, die insgesamt viel Geld kostet, für die einzelnen Kinder aber kaum was bringt. Benachteiligt bleiben meine Enkelsöhne nach wie vor. Außerdem wirken Gutscheine irgendwie diskriminierend, obwohl meine Tochter weder raucht noch trinkt. Kinderarmut hätte sich wohl besser mit einer angemessenen Erhöhung der Regelsätze bekämpfen lassen?