Erst hat der Privatsender SAT 1 seine Serie über die rockenden Senioren gestartet. Nun schiebt er das R-Team nach. Das verschreckt vorwiegend Jüngere mit seinen kessen Sprüchen und seiner Unerschrockenheit vor heiklen Themen.
An sich ist die Experimentiertfreude der Fernsehmacher zu loben. Sie haben sich mutig von den Klischees befreit, auf die Traditionssender wie die ARD setzen, die zur besten Sendezeit die profilierte Schauspielerin Hannelore Elsner in die Rolle des aufopfernden Muttchens zwingt, das von seinen Kindern nicht die gewünschte Anerkennung erhält. Am 65. Geburtstag der tapferen Frau bricht der Konflikt aus. Da dürften sich weitaus mehr Zuschauer wiederfinden, als in den Doku-Soaps von SAT 1.
Diese haben nämlich dasselbe Strickmuster angewandt wie bei den Serien für das jüngere Publikum. Aber offenbar ging die Rechnung bisher nicht auf. Der Branchendienst Meedia urteilt: Schlechter hätte es für Sat.1 kaum laufen können. Nach dem Doku-Soap-Duo mit “Rock statt Rente”, das vor einigen Wochen komplett durchfiel, legte auch der neue Freitagabend einen desaströsen Start hin. Nur 0,78 Mio. 14- bis 49-Jährige (7,5%) wollten “Deutschlands Meisterkoch” sehen, auch “Wir müssen reden!” (0,82 Mio. / 8,1%) und “Das R-Team” (0,79 Mio. / 9,0%) liefen kaum besser. Den klaren Tagessieg holte sich stattdessen der Staffelauftakt von RTLs “Wer wird Millionär?”.
Na ja. Bei letzterem sitzen die Generationen vereint vor der Glotze. Und mit 9 Prozent haben sich die aufmüpfigen Renter vom R-Team eigentlich ganz gut geschlagen. Bin gespannt, ob SAT 1 die Nerven behält und das Format weiter ausstrahlt. Die zahlreichen Kommentare beispielsweise auf You tube zeigen, dass die jüngeren Zuschauer ihren Spaß hatten und eine Fortsetzung wünschen. “Mein Vater ist 90 und genauso cool drauf”, schreibt dort ein Fan. Immer freitags gibt es in den nächsten Wochen das R-Team mit neuen Späßen. Wie gefällt es Ihnen?