Es ist schon fast zwei Jahre her, dass eine Sachverständigen-Kommission den Achten Familienbericht vorgelegt hat, das zentrale Thema dieses Berichtes hat aber nach wie vor aktuelle Bedeutung: Familien haben zu wenig Zeit für ihre Kinder. Als Gründe werden genannt, dass es nicht ausreichend Kindertagesstätten-Plätze gibt und dass die Arbeitswelt in ihren Leistungsanforderungen und Arbeitszeiten (ganz überwiegend) nicht familiengerecht ist. Familie und Beruf zu vereinbaren, gelingt den meisten Eltern nicht zufriedenstellend, entweder kommt die Arbeit (und damit das Einkommen) oder die Familie zu kurz. Ein Dauerkonflikt, dem in erster Linie berufstätige Mütter ausgesetzt sind, denn ihr Einkommen ist zumeist notwendig, um den Lebensstandard der Familie zu sichern. Selbstverständlich haben berufstätige Väter und Mütter den Wunsch, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, das wünschen sich immerhin 67% der Väter und 37% der Mütter.
Die Sachverständigen-Kommission und die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder haben für mehr Zeitsouveränität auch Vorschläge entwickelt: Ausbau der Kindertagesstätten, insbesondere der Kinderkrippen, Abstimmung der häufig ungleichen Arbeitszeiten und Öffnungszeiten der Kindertagesstätten, das „mitverantwortliche Potenzial älterer Menschen sollte häufiger angesprochen werden“ (Einführung der Großelternzeit) und sogar der Bundesfreiwilligendienst könnte zum Einsatz kommen. Eine familiengerechte Arbeitswelt wäre dagegen wohl die beste Lösung.
Handfeste Ansprüche verbinden sich mit diesen Vorschlägen einer „Familienzeit-Politik“ nicht. Mit Ausnahme des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz ab August 2013 verbleiben die meisten Vorschläge im Dunst der kostenlosen Freiwilligkeit, die Notwendigkeiten der Arbeitswelt sollen berücksichtigt bleiben.
Das alles verschafft Eltern wohl kaum mehr Zeit für das Familienleben. Aber vielleicht habe ich diese Zeitpolitik auch nicht gut verstanden.
Denn, wenn es genügend Krippenplätze und genügend in der Kinderbetreuung engagiete Großeltern gäbe, wie haben da Eltern mehr Zeit für die Familie? Zeit für Familie und Kinder ohne das notwenige Geld, das ist bestimmt auch keine Lösung?
Vielleicht sind doch noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft?
3 Antworten
Wenn der Staat seinen Bürgern weniger Steuern und Abgaben abnehmen würde, hätten die Familien mehr Geld und auch Zeit für sich zur Verfügung. Aber der Trend geht eher in die andere Richtung. Mit den eingenommenen Finanzen werden dann Betreuungsgeld und Krippenplätze bezahlt. So bleibt der Kreislauf in Betrieb, und die Zeit für die Familie immer mehr auf der Strecke.
liebe claudia, liebe und geborgenheit geht schon mit dem frühstück los und nicht mit 1 euro für die breze. mehr geld bedeutet doch nicht mehr zeit für die kinder, sondern gameboy, eigener fs um das kind zu beschäftigen, gestreßte eltern wollen ihre ruhe, statussymbole, in den einrichtungen erfahren die kinder wenigstens etwas über gemeinschaft, miteinander, toleranz, vielleicht geborgenheit
Hallo omakreis,
warum stellst Du Familien unter den Generalverdacht, dass sie ihr Einkommen nur für Blödsinn ausgeben und ihre Kinder lieblos zu intoleranten Asozialen machen? Wenn Deiner Meinung nach Geborgenheit für Kinder nur noch in öffentlichen Einrichtungen stattfindet, scheinst Du in einer anderen Welt als ich zu leben. Familien müssen in ihrer Erziehungsleistung unterstützt und nicht -bis auf wenige Ausnahmen- ersetzt werden. Als Oma sehe ich mich übrigens selbst in der Pflicht.