Vielleicht ist es ja ganz “normal”, dass Produkte “genderspezifisch” ausgerichtet sind, u.a. unterschiedliche Parfüms für Herren und Damen, Kosmetika und Drogerieartikel, Kleidung, Schuhe und Taschen sowieso. Neuerdings führt dieses “Gendermarketing” allerdings zu allerlei Absurditäten: z.B. Gurken-Madl für Frauen (lieblich), Gurken-Buben (kräftig) für Männer, den Akkuschrauber für Frauen in rosa, den gibt es auch. Besonders auffällig (und schlimm, wie ich finde) geht es in der Spielzeugindustrie zu.

Schon von weitem leuchten in Kaufhäusern die Spielsachen für Mädchen rosa oder (hell-)blau für Jungen und entsprechend sind die Produkte: Die Mädchen sollen von Prinzessinnen, Familie und den schönen Dingen, die Jungen von Abenteuern, Rittern und Astronauten träumen. Besonders krass: die Leselernhefte für Abenteurer und Kuchenbäckerinnen.

Die Vorliebe der Mädchen für rosa und die der Jungen für hellblau gilt allgemein (auch für Eltern und Großeltern?) als naturgegeben, die Spielzeugindustrie hat sich das gendergerecht “nur” zu eigen gemacht. Die strikte Trennung der Farben bringt überdies viel Geld in die Kassen der Spielzeugfirmen, scheinbar werden diese farblich getrennten Produkte gut nachgefragt.

Dabei war rosa bis in die 1940er Jahre die Farbe der Jungen, als das “kleine rot” stand die Farbe für Männlichkeit. Blau als Farbe der Jungfrau Maria war die Farbe der Mädchen. Erst mit den Matrosenanzügen und den “Blaumännern” der Arbeiter wechselte die Zuordnung der Farben zwischen Jungen und Mädchen.

Allerdings geht es nicht nur um Farben, Gendermarketing zementiert Geschlechterstereotypen und Rollenzuweisungen, die wir meinten, längst überwunden zu haben. Deshalb hat die Zeitschrift Brigitte die Aktion “Pinkfirst- Die Stunde der Frauen- jetzt erst recht!” ins Leben gerufen, pinkfarben lackierte Fingernägel und “Pinkselfies” sollen diese Aktion nach außen sichtbar machen. So sinnvoll diese Aktion sein mag… warum ausgerecht pink für Frauenpower ??? Ich schenke meinem Enkelsohn lieber rosa Badeschuhe ….