Jeder sechste Schüler wird an deutschen Schulen gemobbt. Das jedenfalls fand die neueste Pisa-Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) heraus. Diesmal befasst sich die Studie nicht nur mit dem internationalen Vergleich schulischer Leistungen, sondern in einer Sonderauswertung auch mit dem “Wohlbefinden” der 10.000 in Deutschland befragten Schülerinnen und Schüler. Was also brauchen 15-jährige, um gut zu lernen und mit ihrer Schule “zufrieden” zu sein?

Ein Ergebnis: Die Schüler, die gute Freunde finden, fühlen sich am wohlsten. Die Schüler, die sich schlecht fühlen, sind oftmals Hänseleien und Mobbing ausgesetzt, sie werden geschlagen (mindestens einer in einer Klasse), sie haben häufiger schlechte Schulnoten und zählen zu den Schulabbrechern. Mädchen sind seltener physischer Gewalt ausgesetzt, dafür werden über sie gemeine Gerüchte verbreitet, auch über soziale Netzwerke.

Andere Ergebnisse zeigen, dass Kinder weniger gemobbt werden , wenn Eltern (und Großeltern) sie ernst nehmen und wenn mit einander geredet wird – und das nicht nur über schulische Leistungen. Diese Kinder sind lernfreudiger und finden leichter Freunde. Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben häufiger überforderte Eltern und damit schlechtere Chancen, sich “wohl zu fühlen”.

Zwischen Jungen und Mädchen gibt es im “Wohlbefinden” Unterschiede, gute Schulnoten und gute Leistungen allein sind nicht fürs Wohlbefinden ausschlaggebend,  Aber was dann? In der Zusammenfassung der Pisa-Studie heißt es: Freundschaft und Werte, Zuwendung und Unterstützung sowie gute Beziehungen zu Eltern und Lehrern. Bei aller Unbestimmtheit der in der Pisa-Studie verwendeten Begriffe, die Ursachen und Gründe kaum erkennen lassen, Hänseleien und Mobbing werden dadurch wohl kaum verhindert?