vignette_mielenzDamit keine Missverständnisse entstehen, wir lieben unsere beiden Enkelkinder (4 und 6 Jahre alt) und haben sie auch gerne um uns – bei uns zuhause oder wenn wir bei unseren Kindern zu Besuch sind.

Seit einiger Zeit bittet uns unsere berufstätige Tochter immer häufiger, die Kinderbetreuung zu übernehmen, wenn sie beruflich sehr eingespannt oder geschäftlich auf Reisen ist. Unser Schwiegersohn arbeitet in einer anderen Stadt und ist selbst an den Wochenenden nicht regelmäßig zu Hause. D.h., dass unsere Enkelkinder tagelang bei uns wohnen. Wir bringen sie in den Kindergarten und zur Schule, holen sie wieder ab und sorgen auch sonst für alles, was kleine Kinder eben so brauchen.

Mein Mann fühlt sich durch die Lebendigkeit unserer Enkelkinder sehr beansprucht und auch mir fällt die tagelange Kinderbetreuung zunehmend schwerer. Außerdem haben wir kaum noch Zeit für eigene Aktivitäten. Unser Terminplan richtet sich nach dem unserer Tochter.  Aber kann ich meiner Tochter sagen, dass sie eine andere Lösung für unsere Enkelkinder suchen muss, weil wir es nicht mehr schaffen, für eine längere Zeit zur Verfügung zu stehen?

Können wir einfach “nein” sagen, wenn unsere Tochter uns bittet, für die Enkelkinder dazusein, weil sie verhindert ist? Schließlich steht sie ja unter beruflichem Druck und für die Enkelkinder muß doch jemand sorgen. Psychologen, die dieses Thema entdeckt haben, raten zu einem klärenden Gespräch, wenn man sich als Großeltern ausgenutzt und überfordert fühlt. Aber was könnte das Ergebnis einer solchen “Klärung” sein?