vignette_mielenzJetzt, da der Sommer zu Ende geht, gibt die Umfrage des Statistischen Bundesamtes (erstellt für das Europäische Statistikamt Eurostat) Einblicke in das Reiseverhalten von Familien mit Kindern während der Ferienzeit. Natürlich denken und hoffen wir, dass die Ferien unserer Enkelkinder als die schönste Zeit im Jahr mit einer Urlaubsreise verbunden sind, mit einem Ortswechsel, neuen Erlebnissen und Eindrücken und vor allem mit viel Zeit mit der Familie.

Aber weit gefehlt: 23,8% der Kinder unter 18 Jahren in Deutschland verreisen nicht, weil die Eltern sich das nicht leisten können. 2014 waren das 3,4 Mio. Kinder, 16,7 Mio. Menschen insgesamt, die nicht einmal eine Woche Urlaub außerhalb von Zuhause verbracht haben. Geld für eine Urlaubsreise zurückzulegen, das gelingt diesen Familien nicht. In Österreich, in den Niederlanden und in Dänemark z.B. geht es den Kindern besser, in Ungarn und Spanien dagegen nicht. EU-weit müssen 39% der Kinder in den Ferien zu Hause bleiben. Dabei sagen die meisten Kinder und Eltern, die verreisen können, dass “Verreisen” für sie sehr wichtig ist, dass die Zeit entspannter und intensiver verbracht wird als im Alltag zu Hause.

Die Jugendämter der Kommunen, Wohlfahrts- und Jugendverbände bieten während der Sommerferien vielfältige Programme, Veranstaltungen und Unternehmungen an für wenig Geld oder sogar kostenlos. Im “Wettbewerb” um das schönste Ferienerlebnis bei Schulbeginn könnte es also durchaus sein, dass ein zu Hause gebliebenes Kind genauso viel von seinen Ferien zu erzählen hat wie ein Kind, das hat verreisen können? Naja, ein nachhaltiger Weg aus der Kinderarmut ist das nicht, aber doch das Bemühen, die Ferienzeit dieser Kinder erlebnisreich zu gestalten.