Prophylaxe ist vor dem Urlaub sinnvoll, um Zahnstein zu entfernen und mögliche Entzündungsherde   zu entdecken. Bild: Ri Butov/Pixabay

Ob Urlaub in Deutschland oder im Ausland: Schmerzende Zähne machen die Erholung schnell zunichte. Dr. Sebastian Rudolph, Zahnarzt und Prophylaxe-Experte aus Erfurt, gibt deshalb in einer Pressemitteilung sechs Tipps, um unnötige Schmerzen und Notfalltermine auf Reisen zu vermeiden.

Kontrolltermin vor der Abreise vereinbaren

„Wer einen längeren Urlaub oder eine weitere Reise plant, macht am besten einige Wochen vor der Abreise noch einen Kontrolltermin beim Zahnarzt“, rät Rudolph: „Es ist ärgerlich, wenn ausgerechnet im Urlaub Schmerzen auftreten.“ Auch die jährliche Zahnreinigung zur Prophylaxe ist vor dem Urlaub sinnvoll, um entstandenen Zahnstein zu entfernen und mögliche Entzündungsherde von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat rechtzeitig vor dem Urlaub zu entdecken.

Wichtig ist auch, den Zahnarzt auf ungewöhnlichere Hobbies wie Tauchen hinzuweisen: Füllungen oder Kronen mit Lufteinschlüssen können beim Auftauchen aus der Tiefe durch den erhöhten Druck schmerzen. Schlimmstenfalls können Zahnteile abplatzen.

Zahnrettungsbox einpacken

Wandern, Klettern, Surfen. Gerade bei sonst ungewohnten Sportarten und Hobbies im Urlaub ist schnell ein Unfall passiert. Einmal nicht aufgepasst, hingefallen, zack ist ein Teil des Zahns ausgeschlagen. „Wer jetzt erst einmal wieder acht Stunden ins nächste Dorf wandern muss, hat mit einem abgebrochenen Zahn natürlich ein Problem“, sagt Zahnarzt Dr. Rudolph. Er empfiehlt deshalb, im Urlaub eine Zahnrettungsbox mit sich zu führen. Abgebrochene oder ausgeschlagene Zähne können so 48 Stunden am Leben gehalten und wiedereingesetzt werden.

Zahnschienen nutzen

Sportarten mit hohem Risiko für die Zähne durch Zusammenstöße, wie Mountainbiking, Windsurfen oder Skifahren können durch das Tragen eines individuell angepassten Gebissschutzes auch im Urlaub vor unerwünschten Zahnarztbesuchen schützen.

Auf gute Zahnhygiene im Urlaub achten

 Urlaubszeit ist Schlemmerzeit. Viele Menschen nutzen die Urlaubszeit, um sich Dinge zu gönnen, die sonst nicht auf der Tagesordnung stehen. Selbst wenn Buffets aktuell in den meisten Regionen ausfallen dürften, können auch große Mengen an Eiscreme oder Kuchen sich negativ auf die Zahngesundheit auswirken. Vor allem Zucker und Kohlenhydrate greifen die Zähne an. Es empfiehlt sich, Esspausen von zwei bis drei Stunden einzuhalten.

Ebenfalls wichtig: Mindestens zweimal am Tag sollten die Zähne geputzt werden. Einmal sollte dabei auch eine Zahnzwischenraumreinigung mit Zahnseide oder Interdentalbürsten stattfinden.

Welche Zahnpasta genutzt wird ist nicht entscheidend. Nur bei Zahnpasta, die Zähne weißer machen soll, ist Vorsicht geboten. Diese können teilweise die Zahnoberfläche beschädigen. „Auch wer keine Zahnpasta zur Hand hat, sollte seine Zähne putzen. Dann eben nur mit Wasser. Putzen ist in jedem Fall immer besser als nicht zu putzen“, ergänzt Zahnarzt Rudolph.

Notfalltricks für Zahnprobleme

Not macht auch im Urlaub erfinderisch. „Ich hatte tatsächlich schon Patienten, die ihre Kronen mit Sekundenkleber festgeklebt haben. Das ist keine gute Idee.“ Er empfiehlt stattdessen, lockere Kronen mit Zahnpaste zu bestreichen und wieder festzustecken. Das ist keine dauerhafte Lösung – doch können so zumindest einige Stunden oder Tage überbrückt werden.

 Auf ausreichend Versicherungsschutz achten

 „Vor einem Auslandsaufenthalt sollten Reisende den eigenen Versicherungsschutz überprüfen“, sagt Rudolph. „Am besten einfach Mal bei der eigenen Krankenversicherung anrufen und nachfragen, welche Leistungen im Reiseland abgedeckt sind.“ Tipp: Auslandsreisekrankenversicherungen sind in der Regel recht günstig zu haben. Auch hier empfiehlt es sich vor Abschluss genau abzufragen, ob etwa auch Zahnarztbesuche im Ausland mit abgedeckt sind. Wichtig: In der Regel zahlen die Versicherungen zumindest eine Notfallversorgung der Zähne. Weitergehende Behandlungen wie etwa Zahnersatz müssen dann in Deutschland erfolgen.