aaa-vignette Hello All, Herr Liu Peng meint es gut mit seinen älteren Volksgenossen. Dennoch hat er zunehmend Ärger: Es hagelt Online- Beschwerden über Tausende Tanzgruppen, deren Musik zur Unzeit und am falschen Ort. Junge Chinesen zürnen zu lebhaften Ruheständlern, die tun, was Herr Liu Peng in Regierungsmission fördert: Bewegung der Senioren im Freien und Teilnahme am sozialen Leben. Als Chef der obersten Sportbehörde Chinas unterstützt er offiziell den seit Jahrzehnten wachsenden Trends unter Chinas Senioren, sich bei Sonnenaufgang und Untergang zu klassischen Tänzen und modernen Rhythmen im Freien zusammen zu finden, vor. Square Dancing auf Chinesisch. Bei so viel Seniorensport wird es stellenweise schon mal eng im öffentlichen Raum der Städte, zumal zeitgleich ältere Qi-Gong- Übende, Fußfederballspieler und Rückwärtsgeher ebenfalls in Sachen Volksgesundheit unterwegs sind. In der chinaüblichen XXL- Anzahl; sagen wir ruhig massenweise. Wo sie dann wochentags den jüngeren Berufstätigen beschwingt über den Weg tanzen, während jene gestresst zur und von der Arbeit eilen. Da in vielen Metropolen Chinas tagsüber subtropische Temperaturen herrschen, bleiben den Gesundheitsbewussten nur die kühleren Tagesränder. An Sonn- und Feiertagen konkurrieren die Tänzer um Verkehrsfläche im Freien mit jungen Familien, die samt Kinderwagen und Dreirad unterwegs sind. Oder mit ebenfalls raumgreifenden Bewegungsarten wie Bolzen, Radeln und Joggen. Das gutgemeinte „Nudging“ der Senioren, Ermunterung von Amts wegen, kollidiert mit den Bedürfnissen der jüngeren Leistungsträger. „Ruhe,! Aus dem Weg! Könnt Ihr nicht woanders herumhopsen?! etc.“ Nein, so offen und grob sagen sich Chinesen so etwas nicht direkt ins Gesicht. Dafür denken sie umso lauter in entsprechenden Leserbriefen und E-Foren, Plattformen und Twitter ähnlichen Medien. Herr Liu Peng ist nicht zu beneiden, mit dem von ihm geschürten Generationenkonflikt der umgekehrten Art. China bleibt anders.
Ihr Global Oldie

Vergleiche: China Daily, 27.6.2016