vignette_mielenzImmer wieder fällt uns (meinem Mann und mir) auf, dass z.B. in Restaurants ältere Leute sich ziemlich schweigsam gegenübersitzen. Ungläubig schauen wir dann hinüber, ob nicht doch noch ein Gespräch der beiden Tischnachbarn in Gang kommt. Wenigstens über das zu erwartende Essen oder über die Kneipe oder über eine andere, in die man sonst immer geht? Wahrscheinlich waren dies (wie wir) Großeltern, die aber im Gegensatz zu uns vielleicht schon alles erzählt und besprochen haben: z.B. über die Kinder und Enkelkinder, über das Fernsehprogramm, die neuesten Nachrichten, über die Wehwehchen am frühen Morgen und die Organisation des Alltäglichen.

Ja, worüber soll man denn noch reden, wenn man sich schon so lange kennt? Wenn man manche Erinnerungsgeschichten schon x-mal erzählt hat und wenn das Interesse an wechselseitiger Kommunikation nicht mehr so groß ist und man einfach “seine Ruhe”  haben will? Auch Beziehungen kommen “in die Jahre”…?
Da die Psychologen dazu urteilen, dass das gar nicht so schlimm sei, wenn alte Ehepaare sich nichts mehr zu sagen haben, bin ich im Internet unterwegs gewesen. Ich wollte wissen, ob diese Psychologen nicht doch irren, denn ein “stummes” Zusammenleben  ist  irgendwie seltsam, wenig anregend, desinteressiert und beziehungsfern.
Natürlich habe ich im Internet verschiedene Meinungen zum Kommunikationsmangel älterer Ehepaare gefunden bis zur möglichen Scheidung bei dramatischem Auseinanderleben. Wenn aber das “Miteinanderreden” überhaupt das Wichtigste einer gelingenden Partnerschaft ist, wie passen denn dann die Erkenntnisse einer Studie dazu, dass Paare bereits nach sechs Jahren des Zusammenlebens angeblich nur zehn Minuten täglich miteinander reden?  Und noch schlimmer: Paare reden im Alter immer weniger miteinander.

Sinnigerweise bin ich bei meiner Suche nach den Problemen des Miteinanderredens im Internet aber auch auf wirklich stumme Oma- und Opafiguren verwiesen worden: Diese Großelternfiguren gibt es in allen Größen und Materialien für drinnen und wetterfest für auch draußen. Es gibt sie als Gartendekoration, als Willkommensschild, mit Schubkarren oder mit Solarlichtern, mit Haltern für Teelichter, stehend oder sitzend, gerne auch als Schnäppchen oder Restposten.